Zahl der Störche in Thüringen wächst konstant
Die Chancen werden immer besser, in Thüringen ein paar Störche zu sehen. Doch bei der Suche nach Nahrung kann den gefiederten Glücksbringern menschlicher Müll zum Verhängnis werden.
Attraktiver Nistplatz: In Thüringen nimmt die Zahl der brütenden Störche zu. (Symbolbild)Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa
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Weißstörche haben im vergangenen Jahr mehr Thüringer Horste besetzt als 2024. Insgesamt 212 Weißstorchpaare mit 375 Jungvögeln zählten das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz und die Naturschützer des vom Nabu, wie sie mitteilten. „Das sind 31 Brutpaare mehr als im Vorjahr“, sagt Juliane Balmer von der Staatlichen Vogelschutzwarte des Landesamts in Seebach bei Mühlhausen. Viele ehrenamtliche Nabu-Mitglieder und andere Unterstützter helfen jährlich beim Zählen der Tiere.
Bestand hat sich verzehnfacht
„In den vergangenen 20 Jahren hat sich der Bestand in Thüringen mehr als verzehnfacht – von rund 20 auf inzwischen über 200 Brutpaare.“ Gründe für diese Entwicklung seien etwa die zunehmende Ausbreitung der brütenden Störche nach Osten und das menschliche Engagement zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Tiere. Dazu zähle etwa der Bau künstlicher Nisthilfen.
Gummibänder als falsche Würmer
Aber auch ein großes Problem für die Tiere ist den Vogelschützern zufolge menschengemacht: So verwechselten Altvögel Gummibänder mit Regenwürmern und verfüttern diese an ihren Nachwuchs. Solche unsachgemäß entsorgten Bänder könnten etwa über den Biomüll in die Umwelt und somit in die Nahrungskette der Störche gelangen.
47 der 212 Brutpaare brachten im vergangenen Jahr keine Jungvögel zum Ausfliegen. „Neben natürlichen Ursachen mussten wir mehrfach feststellen, dass Jungstörche durch verschluckte Gummibänder gestorben sind“, so Balmer.
Wartburgkreis mit den meisten Brutpaaren
Mit insgesamt 60 sind die meisten Brutpaare im Wartburgkreis gezählt worden. Etliche Paare wurden auch im Landkreis Schmalkalden-Meiningen mit 29 und in den Landkreisen Gotha und Sömmerda mit jeweils 24 Paaren erfasst.