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Wohngeld droht für 30.000 sächsische Haushalte wegzufallen

In Sachsen könnten mehr als 30.000 Haushalte ihr Wohngeld verlieren. Besonders betroffen wären Familien, Rentner und Auszubildende, mahnt die Linke.

Von dpa

05.08.2026

Knapp 100.000 sächsische Haushalte erhielten zum Jahresende 2025 Wohngeld. (Archivbild)Sebastian Kahnert/dpa

Knapp 100.000 sächsische Haushalte erhielten zum Jahresende 2025 Wohngeld. (Archivbild)Sebastian Kahnert/dpa

© Sebastian Kahnert/dpa

Wegen der Kürzungspläne der Bundesregierung droht für mehr als 30.000 Haushalte in Sachsen das Wohngeld wegzufallen. In Sachsen erhielten zum 31. Dezember 2025 rund 97.500 Haushalte die staatliche Leistung, wie aus der Antwort des Landesentwicklungsministeriums auf eine Anfrage der Abgeordneten Juliane Nagel (Linke) hervorgeht. 

Ab 2029 sollen nur noch 65.000 Haushalte Wohngeld bekommen

Demnach will die Bundesregierung den Kreis der wohngeldberechtigten Haushalte um etwa ein Drittel verringern. Rund 65.000 Haushalte würden in Sachsen weiterhin Wohngeld bekommen. Durch eine Übergangsregelung soll sich die Änderung laut Ministerium 2029 auswirken. Einige Haushalte könnten in die Grundsicherung wechseln.

Die Kürzungen würden besonders Alleinerziehende, Familien mit Kindern, Rentnerinnen und Rentner sowie junge Menschen in Ausbildung treffen, kritisiert Nagel laut einer Mitteilung. Sie müssten immer größere Teile des Einkommens für die Miete samt Nebenkosten aufwenden. „Die Kürzungspläne der Bundesregierung müssen verhindert werden. Dazu ist auch die Stimme Sachsens notwendig.“

Mehr als sechs Monate Wartezeit nach Antrag

Kritisch sieht die Linke auch die langen Bearbeitungszeiten der Wohngeldanträge in den Ämtern. Ende Juni waren fast 40.000 Ersuchen in Bearbeitung, wie das Ministerium angab. In Freiberg, Görlitz und Leipzig müssen die Betroffenen mehr als sechs Monate lang auf einen Bescheid warten. Nagel forderte daher mehr Geld für die Kommunen für Personal in den zuständigen Stellen.

Wohngeld ist eine Leistung von Bund und Ländern für Bürger, die aufgrund ihres geringen Einkommens einen Zuschuss zur Miete oder zu den Kosten selbstgenutzten Wohneigentums erhalten. Die Bundesregierung brachte im Juli einen Gesetzesentwurf mit Kürzungen auf den Weg, der unter anderem vorsieht, dass weniger Haushalte die Hilfen bekommen. Ganz wegfallen soll die Leistung für Haushalte an der oberen Einkommensgrenze derer, die heute für Wohngeld infrage kommen.

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