Wie die Kongolesen die WM-Überraschung gegen Ronaldo feiern
Kongos „Leoparden“ haben die Fans in ihrer Heimat in einen Freudentaumel gestürzt. Das WM-Remis gegen Cristiano Ronaldos Portugiesen sorgt auch da für Jubel, wo gerade wenig Grund zur Freude ist.
Viele Kongolesen fieberten mit ihrer Mannschaft mit - das Unentschieden gegen Portugal wurde wie ein Sieg gefeiert.Michael Wyke/AP/dpa
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Die Begeisterung über die WM-Überraschung gegen Portugal drängt in der Demokratischen Republik Kongo zumindest für kurze Zeit auch die großen Sorgen des Landes beiseite. Die tägliche Veröffentlichung der Ebola-Zahlen durch das Informationsministerium fiel am Abend des erstaunlichen 1:1 gegen den Turnier-Mitfavoriten um Superstar Cristiano Ronaldo aus. „Unsere Leoparden schlagen ein neues Kapitel in der Geschichte des kongolesischen Fußballs auf und tragen die Träume von mehr als 100 Millionen Kongolesen mit sich“, teilte das Ministerium schon vorab mit.
Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und der starke Anstieg der bestätigten Fälle im Nordosten des Landes beeinflusst die Fußball-WM auf mehreren Ebenen. So hatte sich die kongolesische Nationalmannschaft vor der Abreise in die USA wegen der US-Vorgaben für eine 21-tägige Quarantänezeit außerhalb des Landes aufhalten müssen.
Regierungssprecher im Leoparden-Hemd
Umso größer war die Freude über die Rückkehr des Landes auf die große Fußball-Bühne nach 52 Jahren Pause. Regierungssprecher Patrick Muyaya hatte in einem Video auf der Plattform X, in einem Hemd mit Leopardenmuster, den Tag des Spiels gegen Portugal als „D-Day“ bezeichnet und Tag der „Wiederauferstehung“ des Landes.
Nach dem Auftakt-Remis gegen die Portugiesen wurde auf den Straßen der Hauptstadt Kinshasa gefeiert, als hätte das Team einen Sieg errungen. „Die Leute kauften Bier und andere alkoholische Getränke, als hätten wir die Weltmeisterschaft gewonnen“, sagte Patrick Mwisi, ein Fan aus Kinshasa. Autos rasten hupend durch die Straßen, Fans tanzten und besangen ihre Mannschaft.
Nicht nur die Mannschaft feierte - in der Demokratischen Republik Kongo rückten die Probleme des Landes einschließlich Ebola für ein paar Stunden in den Hintergrund.Eric Smith/AP/dpa
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Gefeiert wurde auch in den Regionen, in denen die Menschen normalerweise wenig Grund zum Jubeln haben: In den Kivu-Provinzen, wo Regierungstruppen und Milizen einander seit Jahren bekämpfen und Millionen Vertriebene leben, und auch in Ituri, dem Zentrum des Ebola-Ausbruchs. Im Rathaus von Bunia, der Hauptstadt von Ituri, brach nach Wissas Ausgleichstreffer ohrenbetäubender Jubel aus, erzählte ein Fan: „Wir alle schrien aus vollem Hals bis zum Schlusspfiff.“