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Arbeitslosigkeit in Thüringen sinkt trotz Konjunkturflaute

Mehr neue Stellen, aber weniger Dynamik: Was hinter dem Rückgang der Arbeitslosigkeit steckt und warum der DGB vor Problemen für ältere Beschäftigte warnt.

Von dpa

30.06.2026

In Thüringen waren im Juni 68.385 Menschen arbeitslos gemeldet. (Symbolbild)Philip Dulian/dpa

In Thüringen waren im Juni 68.385 Menschen arbeitslos gemeldet. (Symbolbild)Philip Dulian/dpa

© Philip Dulian/dpa

Trotz der weiter angespannten wirtschaftlichen Lage ist die Arbeitslosigkeit in Thüringen gesunken. Im Juni waren 68.385 Männer und Frauen im Freistaat ohne Job, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Das waren 1.166 Menschen oder 1,7 Prozent weniger als im Mai und 1.297 Arbeitslose beziehungsweise 1,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 6,3 Prozent und lag 0,1 Prozentpunkte unter dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr betrug sie ebenfalls 6,3 Prozent. 

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt schätzte der Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, Markus Behrens, dennoch eher verhalten ein. Der leichte Rückgang der Arbeitslosenquote dürfe nicht über die vielschichtigen Herausforderungen hinwegtäuschen. „Während die angespannte Konjunktur eine spürbare wirtschaftliche Dynamik vermissen lässt, sorgt der kontinuierliche Bedarf an Fachkräften in Thüringen dafür, dass die Beschäftigung zum Vormonat weitestgehend stabil bleibt, anstatt einzubrechen.“ Mehr als 4.300 Menschen hätten im Juni eine neue Beschäftigung gefunden und konnten damit ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Mehr neue Stellen seit Jahresbeginn

Im Juni wurden insgesamt 3.174 freie Stellen von Betrieben aus Thüringen neu gemeldet. Das waren laut der Arbeitsmarktexperten 280 Stellen weniger als im Vormonat (Minus 8,1 Prozent), aber 190 mehr als vor einem Jahr (6,4 Prozent). Seit Jahresbeginn wurden den Arbeitsagenturen und Jobcentern in Thüringen 20.417 neue Arbeitsstellen gemeldet. Das seien 12,3 Prozent mehr neue Stellen als vor einem Jahr, hieß es.

Den größten Anteil an den Erwerbslosen stellen den Angaben nach die Langzeitarbeitslosen mit 36,7 Prozent, gefolgt von den über 50-Jährigen mit 36,5 Prozent. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen sank im Vergleich zu Mai um 0,8 Prozent. Der DGB konstatierte, dass die Probleme auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor für ältere Beschäftigte besonders groß seien. „Wer jetzt eine längere Lebensarbeitszeit fordert, ignoriert die Realität auf dem Arbeitsmarkt. Ältere Beschäftigte verlieren häufiger ihren Arbeitsplatz und bleiben deutlich länger arbeitslos“, erklärte die stellvertretende Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Renate Sternatz.

Stichtag für die aktuelle Statistik war der 11. Juni.

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