Voigt: CDU muss Menschen wieder Halt geben
Die Umfragewerte für die CDU sind schwach - wie sich die Partei profilieren und für die Menschen wieder interessanter werden kann, darum ging es beim Jahresempfang der Thüringer CDU in Weimar.
Ministerpräsident Mario Voigt will das Profil der CDU schärfen. Jacob Schröter/dpa
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Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt sieht die Aufgaben der CDU angesichts von Krisen und einer auseinanderdriftenden Gesellschaft vor allem darin, den Menschen Halt zu geben. Die Christdemokraten seien stets diejenigen gewesen, die es schafften, eine Balance zwischen Sicherheit und Fortschritt zu finden, sagte Voigt auf dem Jahresempfang der Thüringer CDU-Landtagsfraktion in Weimar mit fast 1.000 Gästen, darunter der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst (CDU).
Zum Haltgeben gehöre für ihn die Lösung von Alltagsproblemen wie die Sicherung eines stabilen öffentlichen Nahverkehrs, der medizinischen Versorgung und einer bürgernahen Verwaltung, sagte Voigt. Die Kosten für Energie und Wohnen müssten sinken. Er sehe die Aufgaben der Landes-CDU darin, „dass das in Berlin auch gehört wird“. Voigt: „Das Leben der Menschen soll wieder bezahlbar werden.“
Er sei nicht bereit, aus Mutlosigkeit oder Angst das Land Radikalen zu überlassen, so Voigt. Er halte Versprechungen für gefährlich, die Zeit könne zurückgedreht und Veränderungen ausgesperrt werden. Gefährlich sei aber auch der andere Pol mit der Forderung, Menschen müssten noch flexibler werden und mehr arbeiten. Thüringen besinne sich auf seine Stärken. Als Beispiel nannte er die geplante Wiederbelebung der Produktion von Simson-Mopeds in Suhl.
Wüst: Renovierungsarbeiten müssen sein
Wüst bescheinigte Thüringen, auf einem guten Weg zu sein. Aus dem Freistaat würden mit einer Großinvestition in Erfurt künftig Chips für KI-Rechenzentren kommen und schon heute aus Jena die Navigationssysteme für Mars-Sonden.
Zum Zustand der deutschen Gesellschaft sagte Wüst, viele Menschen hätten den Eindruck, „dass die Politik den Problemen kaum gewachsen ist“. Aus Sorge werde oft Angst. Darum sei es wichtig, dass sich Deutschland wieder auf sein Potenzial konzentriere. „Vor lauter Problembewusstsein sollte man die Chancen nicht übersehen.“ Damit sich Arbeit wieder lohne, müssten einige Renovierungsarbeiten sein, umschrieb Wüst die kontrovers geführten Reformdebatten.
Hendrik Wüst war Gastredner beim Jahresempfangs der Thüringer CDU-Landtagsfraktion. Jacob Schröter/dpa
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