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Freie Plätze gibt es genug – nur nicht immer im Wunschjob

In Sachsen gibt es fast so viele Ausbildungsplätze wie Bewerber. Warum trotzdem viele leer ausgehen - und wo sich Chancen auftun.

Von dpa

08.04.2026

Sportliche Werte wie Teamgeist und Disziplin gelten auch für den Einstieg ins Berufsleben als wichtig.Hendrik Schmidt/dpa

Sportliche Werte wie Teamgeist und Disziplin gelten auch für den Einstieg ins Berufsleben als wichtig.Hendrik Schmidt/dpa

© Hendrik Schmidt/dpa

Für viele Jugendliche in Sachsen beginnt die entscheidende Phase auf dem Weg ins Berufsleben. Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz stehen dabei besser, als es auf den ersten Blick scheint - auch wenn längst nicht alle sofort fündig werden. 

Nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit stehen derzeit rund 9.665 unversorgten Bewerberinnen und Bewerber etwa 9.623 freie Ausbildungsstellen gegenüber. Angebot und Nachfrage halten sich damit nahezu die Waage. Seit Oktober 2025 haben sich insgesamt 14.066 Jugendliche bei den Arbeitsagenturen gemeldet - 87 weniger als ein Jahr zuvor (minus 0,6 Prozent). Die Betriebe meldeten 15.391 Ausbildungsplätze, das sind 634 weniger als im Vorjahr (minus 4,0 Prozent). 

Viele Möglichkeiten – aber nicht für alle gleich 

Trotz dieses leichten Rückgangs bewertet die Arbeitsagentur die Lage als stabil. „Ich freue mich, dass die sächsischen Betriebe trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten weiter auf Ausbildung setzen“, sagte der Chef der Regionaldirektion Sachsen, Klaus-Peter Hansen. 

Das eigentliche Problem liege woanders: Viele Jugendliche suchen in denselben Berufen. Verkäuferin oder Verkäufer, Kfz-Mechatronikerin oder -Mechatroniker sowie Kaufleute im Büro und Einzelhandel gehören weiterhin zu den Favoriten. „Knapp jeder dritte Jugendliche entscheidet sich für einen Top-Ten-Beruf“, heißt es. 

In anderen Bereichen bleiben dagegen viele Stellen unbesetzt - teils deutlich. Besonders groß ist der Bedarf etwa im Lebensmittelhandwerk, im Bau oder in Metallberufen. In der Fleischerei kommen rechnerisch 33 freie Ausbildungsplätze auf einen Bewerber. 

Blick über den Wunschberuf hinaus lohnt sich 

Für Ausbildungssuchende kann sich deshalb ein Perspektivwechsel lohnen. „Nutzt die Chance und wendet euch an die Berufsberaterinnen und Berufsberater in unseren Arbeitsagenturen“, sagte Hansen. Diese könnten auch Wege in Berufe aufzeigen, „die vielleicht noch nicht jeder gleich auf dem Schirm hat“. 

Sport zeigt, worauf es ankommt 

Dass neben Schulnoten auch persönliche Eigenschaften für Unternehmen eine wichtige Rolle spielen, betonte die Arbeitsagentur bei dem Termin in Chemnitz. Pünktlichkeit, Verlässlichkeit oder Einsatzbereitschaft seien für viele Betriebe entscheidend - fehlten diese, schrecke das Arbeitgeber eher ab. 

Vor diesem Hintergrund fand die Pressekonferenz in einer Trainingshalle der Niners Chemnitz statt. Deren sportlicher Leiter Peter Krautwald verwies auf Parallelen zwischen Sport und Berufseinstieg. „Teamgeist, Leistungsbereitschaft, Verlässlichkeit und Durchhaltevermögen sind auf dem Spielfeld, in der Schule und später im Berufsleben gleichermaßen hilfreich.“ 

Unterstützung bei der Suche und während der Ausbildung bieten neben der Berufsberatung auch Programme wie die Assistierte Ausbildung. Zudem stehen Online-Angebote zur Orientierung bei der Berufswahl zur Verfügung. 

Unterm Strich gilt: Wer flexibel bleibt und sich auch für weniger nachgefragte Berufe interessiert, hat aktuell gute Chancen, noch einen Ausbildungsplatz zu finden.

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