Verbio startet neue Chemieanlage für biobasierte Rohstoffe
Eine neue Anlage von Verbio in Bitterfeld-Wolfen soll aus Rapsöl Grundstoffe etwa für Waschmittel, Kunststoffe und Schmierstoffe herstellen. Das Unternehmen investierte dafür knapp 100 Millionen Euro.
Die neue Verbio-Anlage im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen produziert Chemikalien auf Basis von Rapsöl. Zum Start kam auch Verbio-Chef Claus Sauter.Heiko Rebsch/dpa
© Heiko Rebsch/dpa
Der Biokraftstoffhersteller Verbio hat in Bitterfeld-Wolfen eine neue Anlage für biobasierte Chemikalien in Betrieb genommen. Aus Rapsöl sollen dort künftig Rohstoffe etwa für Wasch- und Reinigungsmittel, Schmierstoffe oder Kunststoffe entstehen – als Alternative zu Erdöl. Wie das Unternehmen mitteilte, investierte es knapp 100 Millionen Euro in die Anlage im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen. Verbio spricht von der weltweit ersten großtechnischen Ethenolyse-Anlage auf Basis von Rapsmethylester.
Bis zu 60.000 Tonnen pro Jahr
In der Anlage können nach Unternehmensangaben jährlich bis zu 60.000 Tonnen biobasierter Chemikalien produziert werden. Rapsmethylester wird bislang vor allem als Biodiesel genutzt. Nun soll der aus Rapsöl gewonnene Stoff auch zu chemischen Bausteinen verarbeitet werden, die fossile Rohstoffe ersetzen können.
Die Produkte müssen zunächst noch von Kunden für die jeweiligen Anwendungen zugelassen und erprobt werden. Die Produktionsmenge soll daher mit der Nachfrage nach und nach wachsen.
Chemieindustrie im Wandel
„Mit der neuen Anlage ergänzen wir unsere Bioraffinerie um eine weitere Wertschöpfungsstufe auf einer etablierten Rohstoffbasis“, sagte Verbio-Chef Claus Sauter. Die Verarbeitung europäischen Rapsöls stärke die regionale Landwirtschaft und verringere die Abhängigkeit von globalen Lieferketten.
Die Investition fällt in eine schwierige Phase für die europäische Chemieindustrie. Hohe Produktionskosten und internationale Konkurrenz setzen die Branche unter Druck. Michael Carus vom nova-Institut sagte: „Die Anlage in Bitterfeld zeigt, welches Potenzial biobasierte Rohstoffe für eine wettbewerbsfähige und resilientere Chemieproduktion in Europa haben.“
Ausbau des Chemieparks
Nach Angaben des Unternehmens entstehen rund 50 Arbeitsplätze. Künftig sollen etwa 130 Menschen für Verbio am Standort arbeiten. Der Hauptsitz des börsennotierten Unternehmens liegt in Zörbig in Sachsen-Anhalt.
Verbio hat knapp 100 Millionen Euro in die Anlage für biobasierte Chemikalien investiert.Heiko Rebsch/dpa
© Heiko Rebsch/dpa
In der Anlage wird Rapsmethylester, bislang vor allem als Biodiesel genutzt, weiterverarbeitet.Heiko Rebsch/dpa
© Heiko Rebsch/dpa
Am Standort Bitterfeld-Wolfen sollen durch die neue Produktion rund 50 Arbeitsplätze entstehen.Heiko Rebsch/dpa
© Heiko Rebsch/dpa