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Tuberkulose-Fall in Kita – 130 Menschen müssen zum Bluttest

Nach einem Tuberkulose-Fall in einer Kita stehen 130 Menschen vor einem Bluttest. Wie wird die Krankheit übertragen und wie gut lässt sie sich behandeln?

Von dpa

03.02.2026

Eine Lungentuberkulose (Tbc) – hier ein Röntgenbild – ist eine ansteckende Infektionskrankheit, die durch Bakterien verursacht wird. (Symbolbild)Gregor Fischer/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa

Eine Lungentuberkulose (Tbc) – hier ein Röntgenbild – ist eine ansteckende Infektionskrankheit, die durch Bakterien verursacht wird. (Symbolbild)Gregor Fischer/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa

© Gregor Fischer/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa

Wegen eines Tuberkulose-Falls bei einem vierjährigen Kita-Kind in Senftenberg im Süden Brandenburgs werden von Mittwoch an rund 130 Menschen vorsorglich getestet. Das teilte der Landkreis Oberspreewald-Lausitz auf Anfrage mit. Es handele sich dabei etwa um Kita-Kinder und Mitarbeiter der Einrichtung. Das Gesundheitsamt bereitet derzeit die Bluttests vor und ist im Einsatz, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Das Testergebnis des vierjährigen Kindes lag laut Landkreis am Montag vor. Im Januar wurde im benachbarten sächsischen Landkreis Bautzen nach einem Tuberkulose-Fall an einer Berufsschule eine weitere Ansteckung festgestellt.

Der Ausbruch der Erkrankung sei zwar ernst zu nehmen, die Ansteckungsgefahr jedoch deutlich geringer als bei Erkältungskrankheiten, teilte der Landkreis mit und rief zu Besonnenheit auf. Ob es sich bei dem erkrankten Kind um einen Jungen oder ein Mädchen handelt, wollte das Gesundheitsamt nicht sagen.

Ein Überblick über wichtige Fragen zur Infektionserkrankung Tuberkulose:

Wie häufig ist Tuberkulose in Deutschland?

Tuberkulose (TBC) ist heute in Deutschland eine sehr seltene Erkrankung, die aber dem Gesundheitsamt gemeldet werden muss. Sie lässt sich in der Regel gut behandeln. Weltweit ist sie aber noch immer die häufigste zum Tode führende bakterielle Infektionskrankheit.

Im Jahr 2024 wurden laut Robert Koch-Institut 4.391 Neuerkrankungen in Deutschland registriert – das entspricht einer Inzidenz von 5,2 Fällen pro 100.000 Einwohner. Damit ist die Zahl im Vergleich zu 2023 leicht zurückgegangen (2023: 4.494 Fälle). Bei Kindern wurden 228 Fälle gemeldet, darunter am häufigsten bei Kleinkindern unter 5 Jahren.

Das RKI schreibt auch: „Es wird deutlich, dass internationale Migration und Mobilität aus Krisengebieten die Epidemiologie der Tuberkulose in Deutschland maßgeblich mitbestimmen.“

Wie steckt man sich an?

Übertragen wird die Tuberkulose bei engem Kontakt von Mensch zu Mensch. Dies geschieht per Tröpfchen-Infektion, das heißt durch das Einatmen erregerhaltiger Tröpfchen, die von erkrankten Personen freigesetzt werden – insbesondere beim Husten.

Wie das Deutsche Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK) in Berlin auf seiner Homepage schreibt, ist die Gefahr, schwer zu erkranken, bei Kindern größer, weil ihr Immunsystem noch nicht so gut entwickelt ist.

Welche Symptome zeigen sich bei Tuberkulose?

Tuberkulose manifestiert sich laut RKI in etwa drei Viertel der Fälle als Lungentuberkulose. Klassische Symptome sind länger bestehender Husten, Nachtschweiß, Fieber und Gewichtsverlust. Die Erkrankung kann aber jedes Organ betreffen.

Eine frühzeitige Diagnose mit umgehend eingeleiteter wirksamer Therapie sowie die Untersuchung infektionsgefährdeter Personen im Umfeld sind daher wichtig, um Infektionsketten zu erkennen und zu unterbrechen, wie das RKI in seinem Bericht zur Epidemiologie der Tuberkulose in Deutschland für 2024 schrieb. Deshalb werden nun mögliche Kontaktpersonen im Umfeld des Kita-Kindes in Südbrandenburg getestet.

Bei Verdacht auf Tuberkulose erfolgt in der Regel eine Röntgenaufnahme des Brustkorbes und der Lunge sowie eine Untersuchung von Auswurf.

Wie gut ist Tuberkulose behandelbar?

Tuberkulose wird mit einer Kombination mehrerer Medikamente behandelt und ist in der Regel heilbar. Die Therapie mit Antibiotika dauert nach Darstellung von Medizinern etwa sechs Monate.

Aber nicht alle Erkrankten sind ansteckend – eine Übertragung ist vor allem bei unbehandelter Lungentuberkulose möglich.

Solange eine Tuberkulose ansteckend ist, müssen besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, wie das Deutsche Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK) mitteilte. Eine wirksame Impfung, die eine Erkrankung oder Ansteckung verhindert, gibt es laut Experten nicht.

In der Regel wird die Behandlung einer Tuberkulose im Krankenhaus begonnen. Patienten werden in einem Einzelzimmer isoliert untergebracht, bis kein Ansteckungsrisiko für andere mehr vorliegt – „was meist schon nach wenigen Wochen wirksamer Therapie der Fall ist“, wie das Kompetenzzentrum schildert. Für Kontakte zu anderen Menschen ist Mund-Nasen-Schutz wichtig.

Der Tuberkulose-Erreger (Mycobacterium tuberculosis) unter dem Mikroskop. Robert Koch erhielt für die Entdeckung des Erregers 1905 den Nobelpreis für Medizin. (Symbolbild)picture alliance / dpa

Der Tuberkulose-Erreger (Mycobacterium tuberculosis) unter dem Mikroskop. Robert Koch erhielt für die Entdeckung des Erregers 1905 den Nobelpreis für Medizin. (Symbolbild)picture alliance / dpa

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Das Gesundheitsamt des Landkreises Oberspreewald-Lausitz ist im Einsatz, um nach einem Tuberkulose-Fall in einer Kita eine Ausbreitung der Infektionskrankheit zu verhindern. (Symbolbild)Sebastian Kahnert/dpa

Das Gesundheitsamt des Landkreises Oberspreewald-Lausitz ist im Einsatz, um nach einem Tuberkulose-Fall in einer Kita eine Ausbreitung der Infektionskrankheit zu verhindern. (Symbolbild)Sebastian Kahnert/dpa

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