Toleranzfest in Potsdam - Ministerin wirbt für Offenheit
Die Brandenburger Landeshauptstadt feiert zum fünften Mal ein Fest der Toleranz. Das hat mehrere Gründe.
Die Brandenburger Kulturministerin Manja Schüle (SPD) hat das Toleranzfest Potsdam eröffnet. (Archivbild)Michael Brandt/dpa
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Zur Eröffnung des Potsdamer Toleranzfestes hat Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) zum Widerstand gegen Extremismus aufgerufen. „Wir erleben, wie der Druck auf unsere offene Gesellschaft wächst. Dass Ausgrenzung, extremistische Einstellungen und rassistische Angriffe zunehmen“, sagte Schüle laut Mitteilung. „Aber es gibt zum Glück auch eine andere Realität: Das sind die vielen Menschen, die sich engagieren. Die aufstehen, wenn es nötig ist. Die Haltung zeigen und Solidarität.“
Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel (parteilos) rief bei Instagram zur Teilnahme am Fest „Toleranz bewegt Potsdam“ im Stadtteil Babelsberg auf. „Ich freue mich über alle, die Gesicht zeigen, für Toleranz, für Demokratie, für eine Stadt für alle“, sagte Aubel.
Toleranzedikt des Großen Kurfürsten
Zum fünften Mal richteten der Verein Neues Potsdamer Toleranzedikt, der Fußballverein SV Babelsberg 03, das Oberlinhaus und der Medizintechnikhersteller Christoph Miethke das Fest mit Sport, Spiel, Musik und Kultur aus.
Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620-1688) erließ 1685 das „Edikt von Potsdam“. Es ermöglichte den in Frankreich wegen ihrer Religion verfolgten protestantischen Hugenotten die Einwanderung nach Brandenburg - und die Mithilfe beim Wiederaufbau nach dem Dreißigjährigen Krieg. Im Jahr 2008 erschien das neue Potsdamer Toleranzedikt als Bekenntnis zu Weltoffenheit und Toleranz.