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Tausende demonstrieren friedlich beim CSD in Erfurt

Tausende ziehen durch Erfurt, um für die queere Gemeinschaft einzustehen. Warum der Christopher Street Day mehr ist als eine bunte Party.

Von dpa

05.09.2026

Viele Menschen zogen durch die Stadt.Bodo Schackow/dpa

Viele Menschen zogen durch die Stadt.Bodo Schackow/dpa

© Bodo Schackow/dpa

Mit einem bunten, vielfältigen Demo-Zug haben Teilnehmende des Christopher Street Days in Erfurt ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz gesetzt. „Wir können bisher eine sehr positive Bilanz ziehen“, sagte Carsten Gleitsmann, Sprecher des Vereins Erfurt Pride. Die Polizei sprach von etwa 3.000 Teilnehmern. Die Veranstalter nannten eine deutlich höhere Zahl. Bis zum späten Nachmittag verlief die Veranstaltung ohne größere Zwischenfälle, wie die Polizei weiter mitteilte. 

Ziel der Veranstaltung sei es laut Gleitsmann unter anderem, deutlich zu machen, dass die CSD-Gemeinschaft in Erfurt zur Gesellschaft dazugehöre. Dabei sei es vor allem darum gegangen, Menschen zu bestärken, so zu leben, wie sie möchten, und Widerstandskraft gegenüber Menschen, die ihnen das absprechen wollen, zu entwickeln.

„Gewalt gegen queere Menschen findet täglich statt“

Gleitsmann erinnerte zudem daran, dass Gewalt gegen queere Menschen nicht abstrakt sei. „Sie findet täglich statt.“ Er verwies etwa auf den Angriff auf eine Transfrau im August im sächsischen Dresden. Genährt werde die Gewalt durch Vorbehalte, die auch von manchen politischen Gruppen befeuert würden.

Zu den besonders bekannten Fällen von Gewalt gegen queere Menschen zählt auch der Terroranschlag am 25. Juli im Berliner Tiergarten. Damals hatte ein 21-jähriger Attentäter mit einem Van am Rande des Berliner CSD mehrere Passanten angefahren - eine Frau starb und mindestens 31 Menschen wurden verletzt.

Historische Hintergründe

Der CSD erinnert an die Aufstände der queeren Community in der Christopher Street in New York City (USA) von 1969 und steht für die Sichtbarmachung und Gleichstellung queerer Menschen. Andere Bezeichnungen für die inzwischen vielerorts jährlich veranstalteten CSD-Demonstrationen sind „Pride Parade“ oder „Gay Pride“. 

Als queer bezeichnen sich nicht-heterosexuelle Menschen beziehungsweise Menschen, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen gesellschaftlichen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren.

Weitere CSD-Züge sind in Thüringen in den kommenden Wochen geplant, unter anderem in Ilmenau und Gera.

Regenbogenflaggen gehören als wichtiges politisches Symbol zu Christopher Street Day-Veranstaltungen.Bodo Schackow/dpa

Regenbogenflaggen gehören als wichtiges politisches Symbol zu Christopher Street Day-Veranstaltungen.Bodo Schackow/dpa

© Bodo Schackow/dpa

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