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Tarifrunde startet mit Protest – IG Metall fordert Angebot

Die IG Metall verlangt 5 Prozent mehr Geld für rund 900.000 Beschäftigte. Die Arbeitgeber warnen vor Jobverlusten und pochen auf Wettbewerbsfähigkeit – die Fronten bleiben zum Auftakt verhärtet.

Von dpa

07.10.2026

Beginn der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie. Marijan Murat/dpa

Beginn der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie. Marijan Murat/dpa

© Marijan Murat/dpa

Begleitet von Protest sind die Tarifgespräche für die baden-württembergische Metall- und Elektroindustrie in Ludwigsburg in die erste Runde gegangen. IG Metall-Bezirksleiterin Barbara Resch sagte vor Gesprächsbeginn in Ludwigsburg, es sei keine normale Tarifrunde. „Wir wollen mit den Arbeitgebern über den Industriestandort Deutschland reden.“ Es gehe bei den Verhandlungen auch um die Sicherheit der Arbeitsplätze. Zugleich forderte Resch die Arbeitgeber zur Vorlage eines Angebots auf.

Der Verhandlungsführer von Südwestmetall, Peter Krause, wies die Lohnforderung der IG Metall scharf zurück. Es gehe in dieser Runde um die Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit. „Die Unternehmen brauchen ein klares Signal, dass sich Investitionen in Deutschland wieder rechnen.“

Die Gewerkschaft geht mit einer Forderung nach 5 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten in die Gespräche. Ein Ausgleich der zuletzt stark angestiegenen Inflation gilt als Mindestziel. Betroffen sind landesweit etwa 900.000 Beschäftigte in so unterschiedlichen Branchen wie Autoindustrie, Maschinenbau, Elektrotechnik oder Rüstungsgüter. Der Arbeitgeberverband Südwestmetall sieht keinen Verteilungsspielraum für eine üppige Lohnerhöhung und verweist auf die verschärfte Deindustrialisierung mit dem Verlust Tausender Arbeitsplätze in den vergangenen Jahren. Einer von mehreren Gründen dafür seien die hohen Lohnkosten. Krause sagte, wenn man so weitermache, werde man weitere Arbeitsplätze verlieren.

Protest vor dem Verhandlungslokal

Vor dem Gesprächsauftakt mobilisierte die IG Metall eigenen Angaben zufolge 3.500 Beschäftigte zu einem Protestzug durch Ludwigsburg. Vor dem Verhandlungslokal machten sie mit Trommeln und Trillerpfeifen für ihre Forderungen aufmerksam. Auf Bannern war etwa „#Streikbereit“ oder „Zukunft braucht Menschen“ zu lesen. Bezirksleiterin Resch machte deutlich, dass die Gewerkschaft auch eine Auseinandersetzung mit den Arbeitgebern nicht scheue.

In Baden-Württemberg hatte im Vorfeld Mercedes-Benz noch eine Diskussion über die Arbeitszeit angestoßen und eine Rückkehr zu 40 Stunden Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich ins Gespräch gebracht. Die 35-Stunden-Woche ist im Manteltarifvertrag geregelt. Dieser steht in der laufenden Tarifrunde aber nicht auf der Tagesordnung, weil er nicht gekündigt worden ist. Die aktuelle Runde ist eine reine Lohnrunde.

Die Friedenspflicht endet mit Ablauf des 31. Oktober. Ab dann sind Warnstreiks möglich.

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