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Städtetag: Auf Stromausfälle und Hackerangriffe vorbereiten

Ein Hackerangriff wie auf Supermärkte in Frankreich oder ein Stromausfall wie in Berlin? Was der Städtetag Bürgern und Kommunen zur Vorbereitung auf solche Situationen rät.

Von dpa

15.10.2026

Die geschäftsführenden Direktoren des Städtetags Rheinland-Pfalz, Lisa Diener und Michael Bleidt, geben Tipps für die Vorbereitung auf hybride Bedrohungen. Helmut Fricke/dpa

Die geschäftsführenden Direktoren des Städtetags Rheinland-Pfalz, Lisa Diener und Michael Bleidt, geben Tipps für die Vorbereitung auf hybride Bedrohungen. Helmut Fricke/dpa

© Helmut Fricke/dpa

Die Spitze des Städtetags Rheinland-Pfalz hat - ähnlich wie zu Beginn des Ukraine-Kriegs - eine Debatte über die Vorbereitung der Bevölkerung auf hybride Bedrohungen wie Blackouts angeregt. „Wenn alle Privatpersonen und Betriebe darauf vorbereitet sind, sich mindestens 72 Stunden selbst zu versorgen, dann kann sich der Katastrophenschutz auf seine wesentlichen Aufgaben konzentrieren“, sagte die geschäftsführende Direktorin des Spitzengremiums, Lisa Diener, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. 

„Das wurde zu Beginn des Ukraine-Kriegs vernünftig diskutiert, aber wieder aus den Augen verloren“, stellte Geschäftsführer Michael Bleidt fest. Im Winter 2022/23 drohte Deutschland eine Gasmangellage. In der Folge wurde in vielen öffentlichen Gebäuden etwa weniger stark geheizt. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfehle Privatpersonen sogar, bis zu zehn Tage mit Essen und Trinken vorzusorgen, betonten Diener und Bleidt.

Bürger und Bürgerinnen sollten sich vorbereiten

Die Menschen müssten wissen, was sie tun sollten, wenn erneut eine Gasmangellage drohe oder der Strom, die Heizung und die Energieversorgung länger ausfielen, wie zum Teil in Berlin erlebt. Internet und Trinkwasserversorgung seien auch wichtige sensible Punkte der kritischen Infrastruktur, für deren Ausfall ganz grundsätzlich Vorsorge getroffen werden sollte, sagten Diener und Bleidt. 

„Von einem Stromausfall wäre im Winter ein veritabler Anteil der Menschen - insbesondere in den Neubauten, aber auch in sanierten Altbauten - über die Wärmepumpe in der Wärmeerzeugung betroffen“, sagte Bleidt. „Wenn etwa auch Supermärkte betroffen sind, geht es auch darum, die grundlegende Versorgung mit Nahrungsmitteln sicherzustellen.“ 

In Frankreich etwa hat gerade eine großangelegte Cyberattacke Kühlanlagen in den Märkten von mehreren großen französischen Lebensmittelhandelsketten gestört. 

Materialien und Checklisten 

„Es gibt viele gute Materialien und Checklisten vom Bundesamt für Bevölkerungs- und Katastrophenhilfe dazu“, sagte Diener. „Damit können der Bevölkerung Pläne zur Verfügung gestellt werden und somit die Sicherheit gegeben werden, gut vorbereitet zu sein.“

Wichtig sei zum Beispiel auch, dass die Menschen wüssten, was unterschiedliche Sirenentöne bedeuteten und was im Ernstfall zu tun sei. Die öffentliche Debatte über den Zivilschutz der Zukunft sei zu sehr auf ein Schutzraumkonzept konzentriert, sagte Diener. 

„In der zivilen Alarmplanung läuft bereits extrem viel bei den Städten“, sagte Diener. Alte Strukturen würden derzeit wieder aktiviert. „Einige Städte haben eigene Notfall-Broschüren, die zum Beispiel sogenannte Leuchttürme ausschildern. Das sind Anlaufstellen für die Bevölkerung, um Handys aufzuladen und sich aufzuwärmen.“