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Sparkassen im Norden setzen weiter auf Filialgeschäft

Wachstum bei Krediten und Wertpapiersparen: Die Sparkassen im Norden verzeichnen stabile Zahlen, sehen aber Herausforderungen bei Energiepreisen und wirtschaftlicher Entwicklung.

Von dpa

05.05.2026

Die Sparkassen in Schleswig-Holstein sind mit ihrem Ergebnis für 2025 zufrieden. (Symbolbild)Lucas Bäuml/dpa

Die Sparkassen in Schleswig-Holstein sind mit ihrem Ergebnis für 2025 zufrieden. (Symbolbild)Lucas Bäuml/dpa

© Lucas Bäuml/dpa

Die elf Sparkassen in Schleswig-Holstein setzen weiter stark auf persönliche Beratung. Als größte Bankengruppe im Land komme den Häusern eine besondere Verantwortung zu, der sie weiter mit Präsenz vor Ort nachkämen, sagte der Präsident des Sparkassen- und Giroverbands Schleswig-Holstein, Oliver Stolz, bei der Vorstellung der Jahresbilanz. 

„Es wird nicht so sein, dass in zehn Jahren kein Geldautomat mehr steht.“ Vergangenes Jahr sank deren Zahl auf 703 (minus 11), die Zahl der Serviceautomaten blieb mit 402 konstant (plus 1). Die Zahl der Filialen nahm leicht um zwei Standorte auf 342 zu, davon 197 mit Beschäftigten besetzt.

Zufrieden zeigte sich die Finanzgruppe mit dem Geschäftsergebnis 2025. Die Bilanzsumme stieg leicht um 3,2 Prozent auf 53,1 Milliarden Euro. Das Jahresergebnis nach Steuern ging um 14,7 auf 70,7 Millionen Euro zurück. Die Kernkapitalquote stieg auf 15,4 Prozent (2024: 15,2).

Kredite

Das Kreditgeschäft nahm nach den kräftigen Einbrüchen 2023 im vergangenen Jahr wieder Fahrt auf. Darlehenszusagen stiegen im Vorjahresvergleich um 12,7 Prozent auf nahezu fünf Milliarden Euro. Vor allem Kreditzusagen an Privatpersonen legten um 202,4 Millionen auf 1,6 Milliarden Euro zu. Bei Unternehmen und Selbstständigen stiegen die Kreditsummen um 271,8 Millionen auf 3,1 Milliarden Euro.

In mehr als jedem zweiten Fall handelte es sich um einen Immobilienkredit. Insgesamt blieben die Kundenkredite mit gut 38,8 Milliarden Euro etwa auf dem Niveau von 2024 (38,4 Milliarden Euro).

„Silberstreif am Horizont“

Verbandspräsident Stolz beurteilt die Wirtschaft in Schleswig-Holstein als stabil und widerstandsfähig. Lichtblicke seien die Sicherheits- und Wehrtechnik sowie der Tourismus. Zum herbeigesehnten wirtschaftlichen Aufschwung betonte er: „Es deutet sich ein Silberstreif am Horizont an.“

Zwar erzeugten die Investitionspakete des Bundes eine gewisse Aufbruchstimmung, sagte Stolz. „Doch die Unternehmen in Schleswig-Holstein profitieren davon noch zu wenig.“ Durch den Krieg im Iran und die Blockaden der Straße von Hormus sind die Energiepreise auch im Norden explodiert. Er mahnte, die Energiewende sei deshalb drängender denn je. „Ein Tankrabatt wird nicht unsere Probleme lösen.“

Als erfreulich bezeichnete der Verbandspräsident den weiter wachsenden Zuspruch der Kunden zum Wertpapiersparen. Der Umsatz im Wertpapiergeschäft habe 2025 um 16,2 Prozent auf 6,96 Milliarden Euro zugelegt. Die Sparkassen haben nach eigenen Angaben 1,4 Millionen Kunden. Die Mitarbeiterzahl stieg um 40 auf 6.308.

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