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So oft war die Bundeswehr an Thüringer Schulen

Planspiele, Vorträge, Truppenbesuche – die Bundeswehr ist an Thüringer Schulen regelmäßig präsent. Daten einer Abfrage zeigen: Seit 2022 kommt die Armee öfter vorbei.

Von dpa

27.04.2026

Die Bundeswehr war im vergangenen Jahr an Schulen in Thüringen präsent. (Symbolbild)Pia Bayer/dpa

Die Bundeswehr war im vergangenen Jahr an Schulen in Thüringen präsent. (Symbolbild)Pia Bayer/dpa

© Pia Bayer/dpa

Die Bundeswehr ist regelmäßig an Thüringer Schulen präsent - und in den vergangenen Jahren immer häufiger. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor.

Demnach finden bundesweit zahlreiche Vorträge, Informationsveranstaltungen und Planspiele statt - häufig direkt im Unterricht oder im Rahmen von Projekttagen. Zielgruppen sind vor allem Jugendliche und junge Erwachsene.

Anstieg der Bundeswehrauftritte an Schulen 

Den Daten zufolge war die Bundeswehr im vergangenen Jahr an 139 Schulen in Thüringen. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 gab es 69 solcher Termine - in dieser Zahl sind auch Veranstaltungen an Hochschulen enthalten und für das Jahr nicht separat ausgewiesen. Im Jahr 2025 gab es in Thüringen vier Bundeswehrauftritte an Hochschulen. 

Für die Besuche der Bundeswehr an Schulen gibt es laut Angaben des Bundesverteidigungsministeriums zwei Formate: Informationsveranstaltungen von Jugendoffizieren und Termine von Karriereberatern.

Vorträge, Planspiele und Besuche

Jugendoffiziere kommen auf Einladung von Lehrkräften an die Schulen. Ihre Angebote richten sich an Schülerinnen und Schülern ab der neunten Klasse bis hin zur gymnasialen Oberstufe sowie an Berufsschulen und sollen einen Beitrag zur politischen Bildungsarbeit leisten. Jugendoffiziere halten beispielsweise Vorträge über Sicherheitspolitik oder erläutern den Kernauftrag der Bundeswehr.

Neben klassischen Vorträgen organisiert die Bundeswehr auch sogenannte POL&IS-Simulationen, also Planspiele zu internationaler Politik und Sicherheit, oder lädt Schulklassen zu Truppenbesuchen ein.

Den Daten zufolge gab es auch im laufenden Jahr bereits Bundeswehrauftritte an Thüringer Schulen - von 70 geplanten Terminen wurden 59 durchgeführt. In Oberhof gab es Anfang des Jahres einen Truppenbesuch, in Schleiz eine Informationsveranstaltung. 

Karriereberater informieren zusätzlich

Ergänzend besteht für Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich bei Karriereberatern zu informieren. Dies umfasst unter anderem Informationsvorträge im Rahmen der Berufs- und Studienorientierung, Bewerbungstrainings, Workshops sowie Angebote wie Sporttests im Sportunterricht oder Informationen zu Praktika und Schnuppercamps. In Thüringen listet die Bundesregierung für dieses Jahr etwa einen geplanten Termin mit Karriereberatern an einer Schule in Hirschberg (Saale-Orla-Kreis) auf.

Eine individuelle Beratung findet hingegen nicht an Schulen, sondern ausschließlich in den Karrierecentern und Karriereberatungsbüros der Bundeswehr statt. In Thüringen befinden sich diese in Erfurt, Gera, Suhl und Mühlhausen. Dort werden die zivilen und militärischen Laufbahn- und Berufsmöglichkeiten vorgestellt. 

Ministerium: Teilnahme freiwillig

Die Fragesteller der Linken sehen in den Auftritten eine Form der Nachwuchswerbung. Die Bundesregierung weist die Kritik der Linken zurück und erklärt, sie teile diese Bewertung nicht.

Bereits seit mehr als 60 Jahren seien Angehörige der Bundeswehr auf Einladung an Schulen tätig, teilte eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums mit. Die Teilnahme ist für Schülerinnen und Schüler demnach stets freiwillig. Die Jugendoffiziere betreiben keine Personalgewinnung oder Nachwuchswerbung, wie die Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums betonte. Interessierte Schülerinnen und Schüler werden demnach an die Karriereberatung verwiesen, bei der die Bundeswehr als Arbeitgeberin im Mittelpunkt steht.