dpa

So oft war die Bundeswehr an Schulen in Sachsen-Anhalt

Vorträge, Planspiele, Truppenbesuche: Die Bundeswehr ist regelmäßig an Schulen in Sachsen-Anhalt präsent. Zahlen zeigen Umfang und Unterschiede im Bundesvergleich.

Von dpa

27.04.2026

Jugendoffiziere der Bundeswehr informieren an Schulen über Sicherheitspolitik. (Symbolbild)Pia Bayer/dpa

Jugendoffiziere der Bundeswehr informieren an Schulen über Sicherheitspolitik. (Symbolbild)Pia Bayer/dpa

© Pia Bayer/dpa

Die Bundeswehr ist auch in Sachsen-Anhalt regelmäßig an Schulen und Hochschulen präsent. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken im Bundestag hervor.

Viele Termine an Schulen im Land

Demnach finden bundesweit zahlreiche Vorträge, Informationsveranstaltungen und Planspiele statt - häufig direkt im Unterricht oder im Rahmen von Projekttagen. Zielgruppen sind vor allem Jugendliche und junge Erwachsene. 

In Sachsen-Anhalt zeigen die Zahlen eine kontinuierliche Präsenz mit teils deutlichen Schwankungen: 2021 wurden 155 Auftritte an Schulen und Hochschulen gezählt, 2022 waren es 97 und 2023 dann 221. 2024 weist die Statistik 120 Veranstaltungen aus. Für 2025 ergeben sich aus den bislang vorliegenden Daten mindestens 176 Termine an Schulen. Hinzu kamen zwei Auftritte an Hochschulen. Seit vergangenem Jahr werden Schulen und Hochschulen getrennt gezählt.

Vorträge, Planspiele und Besuche

Für die Besuche der Bundeswehr an Schulen gibt es laut Angaben des Bundesverteidigungsministeriums zwei Formate: Informationsveranstaltungen von Jugendoffizieren und Termine von Karriereberatern.

Jugendoffiziere kommen auf Einladung von Lehrkräften an die Schulen. Ihre Angebote richten sich an Schülerinnen und Schülern ab der neunten Klasse bis hin zur gymnasialen Oberstufe sowie an Berufsschulen und sollen einen Beitrag zur politischen Bildungsarbeit leisten. Jugendoffiziere halten beispielsweise Vorträge über Sicherheitspolitik oder erläutern den Kernauftrag der Bundeswehr.

Ein Blick in die Einzellisten zeigt, dass solche Auftritte regelmäßig auch konkret in Sachsen-Anhalt stattfinden. So gab es etwa Vorträge und Informationsveranstaltungen unter anderem in Weißenfels, Wittenberg, Hohenmölsen oder Magdeburg.

Neben klassischen Vorträgen organisiert die Bundeswehr auch sogenannte POL&IS-Simulationen, also Planspiele zu internationaler Politik und Sicherheit, oder lädt Schulklassen zu Truppenbesuchen ein.

Karriereberater informieren zusätzlich

Ergänzend besteht für Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich bei Karriereberatern zu informieren. Dies umfasst unter anderem Informationsvorträge im Rahmen der Berufs- und Studienorientierung, Bewerbungstrainings, Workshops sowie Angebote wie Sporttests im Sportunterricht oder Informationen zu Praktika und Schnuppercamps. 

Eine individuelle Beratung findet hingegen nicht an Schulen, sondern ausschließlich in den Karrierecentern und Karriereberatungsbüros der Bundeswehr statt. In Sachsen-Anhalt befinden sich diese in Halle, Halberstadt, Magdeburg, Stendal und Wittenberg. Dort werden die zivilen und militärischen Laufbahn- und Berufsmöglichkeiten vorgestellt. 

Sachsen-Anhalt im Bundesvergleich

Im bundesweiten Vergleich liegt Sachsen-Anhalt bei der Zahl der Schulauftritte eher im unteren Mittelfeld. Deutlich mehr Termine verzeichnen große Flächenländer wie Bayern, Nordrhein-Westfalen oder Niedersachsen, während kleinere Länder insgesamt auf geringere Zahlen kommen.

Insgesamt bleibt die Bundeswehr mit zahlreichen Terminen an Schulen und Hochschulen präsent. 

Die Fragesteller der Linken sehen in den Auftritten eine Form der Nachwuchswerbung. Die Bundesregierung weist die Kritik der Linken zurück und erklärt, sie teile diese Bewertung nicht.

Bereits seit mehr als 60 Jahren seien Angehörige der Bundeswehr auf Einladung an Schulen tätig, teilte eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums mit. Die Teilnahme ist für Schülerinnen und Schüler demnach stets freiwillig. Die Jugendoffiziere betreiben keine Personalgewinnung oder Nachwuchswerbung, wie die Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums betonte. Interessierte Schülerinnen und Schüler werden demnach an die Karriereberatung verwiesen, bei der die Bundeswehr als Arbeitgeberin im Mittelpunkt steht.