So gehen Hessens Städte gegen Ratten vor
Aufklärungskampagnen für die Bevölkerung, aber auch Giftköder sollen in hessischen Städten die Ausbreitung von Ratten verhindern. Was die Städte tun, um die Populationen in Schach zu halten.
Mit Aufklärungskampagnen, aber auch Giftködern, wird in hessischen Städten gegen Ratten vorgegangen. (Symbolbild)Bernd von Jutrczenka/dpa/dpa-tmn
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Wo Menschen sind, sind auch Ratten - in der Nähe menschlicher Behausungen finden die Nager ein reiches Nahrungsangebot, Unterschlupf und Schutz vor Fressfeinden. Auch weil sie zahlreiche Krankheiten übertragen und sich rasch fortpflanzen können, werden die Tiere in einigen Städten Hessens regelmäßig bekämpft, um ihre Population einzudämmen.
Limburg legt Boxen mit Giftködern aus
In Limburg endet die jährlich im Frühjahr stattfindende Rattenbekämpfung für diese Saison bereits an diesem Montag. Dafür wurden im Uferbereich der Lahn Köder in verschlossenen Boxen ausgelegt. Zweimal pro Jahr, im Frühling und Herbst, will die Stadt mit dieser Maßnahme die Population der Tiere eindämmen. Das in den Ködern enthaltene Gift hemmt die Blutgerinnung und die Ratten sterben schließlich daran. Ein besonderes Ratten-Problem habe die Stadt nicht, es handele sich einfach um eine regelmäßige Vorkehrung, sagte eine Stadtsprecherin.
Da Ratten durch mangelnde Sauberkeit und Unrat angelockt würden, werde in Limburg auch die Bevölkerung um Mithilfe gebeten. An die Bürgerinnen und Bürger appellierte die Stadt:
- Speisereste in geschlossene Müllbehälter zu entsorgen
- Abfall nicht außen zu lagern
- übervolle Mülltonnen zu vermeiden und diese Tonnen geschlossen zu halten
- Tauben und Enten nicht zu füttern
- Gelbe Säcke möglichst erst kurz vor der Abholung rauszustellen
- Speisereste nicht über die Toilette zu entsorgen
- Auf Komposthaufen keine gekochten Essensreste, Fleisch, Fisch und Milchprodukte zu entsorgen.
Auch Idstein startet jährliche Rattenbekämpfung
Auch Idstein im Rheingau-Taunus-Kreis geht gegen Ratten jedes Jahr im Frühling und im Herbst mit Fraßködern vor, wie eine Stadtsprecherin mitteilte. Die nächste Bekämpfungsaktion laufe vom 16. bis zum 29. März. „Beködert wird die öffentliche Kanalisation sowie Bachläufe“, ergänzte die Sprecherin.
„In der öffentlichen Kanalisation ist derzeit kein spezifischer Schwerpunkt hinsichtlich einer erhöhten Rattenproblematik festzustellen“, erklärte sie. In Idstein würden kontinuierlich Maßnahmen ergriffen, „um die Rattenpopulation auf einem kontrollierten Niveau zu halten“.
Keine steigende Rattenpopulation in Kassel
Auch in Kassel gibt es nach Angaben der Stadt keine Hinweise auf eine steigende Rattenpopulation. Aufgrund von bundesweiten Erfahrungsaustauschen habe der Eigenbetrieb Kasselwasser die Erkenntnis, dass es in der nordhessischen Stadt vergleichsweise wenige Rattenproblemfälle in der Kanalisation gebe. „Entsprechend ist der spezifische Aufwand zur Schadnagerbekämpfung im Vergleich mit anderen Städten seit Jahren sehr gering.“
Regelmäßige, flächendeckende Bekämpfungsmaßnahmen wie in Limburg fänden in Kassel nicht statt. Stattdessen führt Kasselwasser dem Sprecher zufolge in der Kanalisation anlassbezogene Bekämpfungsmaßnahmen mit Fraßködern durch. Zudem setzt der Eigenbetrieb auf Prävention, etwa mit der Kampagne „Müll statt Menü!“. Ziel der Kampagne, die unter anderem mit Plakataktionen gegen das Entsorgen von Speiseresten in der Toilette sensibilisiert: den Nagern die Nahrungsgrundlage entziehen.
Punktuelle Maßnahmen in Rüsselsheim
Aus Rüsselsheim hieß es, die Rattenbekämpfung in der Kanalisation werde „anlassbezogen und punktuell durchgeführt“. Es gebe keine grundsätzliche Bekämpfung über das gesamte Stadtgebiet.
So auch in Frankfurt: Größere Aktionen zur Rattenbekämpfung gibt es nicht, wie das Ordnungsamt mitteilte. Die Stadt werde maximal im kleinen Rahmen, beispielsweise bei Privatgebäuden, tätig. Melden kann man sich beim Ordnungsamt, wenn man Ratten an öffentlichen Orten entdeckt. Ist dies in Grünanlagen der Fall, ist das Grünflächenamt zuständig.
Wenn man in einem Haus lebe, in dem die Ratten zur Plage würden, solle man sich an den Eigentümer wenden, erklärte die Stadt. Dieser könne entscheiden, ob er selbst entsprechende Fertigpräparate auslege oder eine Fachfirma beauftrage.