Schüsse in Schöneberg: Vierte Festnahme in Darmstadt
Vor mehr als einem halben Jahr fielen nachts mehrere Schüsse in Schöneberg. Nur wenige Tage später folgten drei Festnahmen - in Hessen. Nun wurde die Polizei erneut aktiv.
Die Schüsse in Schöneberg sind gut sieben Monate her, nun hat die Polizei in Hessen einen vierten Verdächtigen festgenommen. (Illustration)Rolf Vennenbernd/dpa
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Rund sieben Monate nach Schüssen auf einen 38 Jahre alten Mann in Berlin-Schöneberg hat die Polizei einen vierten Beschuldigten im hessischen Darmstadt festgenommen. Der 20-Jährige sei beim Zugriff vor vier Tagen zusammen mit drei weiteren Personen in einem Auto gewesen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Berlin mit. Er habe versucht, zu Fuß zu fliehen und dabei eine scharfe Schusswaffe weggeworfen.
Bei späteren Durchsuchungen fanden die Beamten den Angaben zufolge noch eine scharfe Schusswaffe. Die drei weiteren Insassen des Autos seien zunächst in Polizeigewahrsam genommen, dann aber wieder auf freien Fuß gesetzt worden.
Der 38-Jährige war im März in Schöneberg angeschossen und im Unterkörper verletzt worden. In Darmstadt nahm die Polizei wenige Tage später drei Männer fest, die für den Schusswaffenangriff verantwortlich sein sollen. Dabei handelte es sich um drei 19, 20 und 21 Jahre alte Männer, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Gegen sie wurde wie nun gegen den jüngst Festgenommenen Haftbefehl erlassen.
Ein Jahr „Ferrum“: 723 Ermittlungsverfahren, 80 Haftbefehle
In dem Fall ermittelt die im November 2025 speziell für die ständige Schusswaffenkriminalität eingerichtete Sondereinheit des Berliner Landeskriminalamtes (LKA) „Ferrum“ (lateinisch, übersetzt: „Eisen“). Knapp ein Jahr nach ihrer Gründung hat die Sondereinheit bereits 723 Ermittlungsverfahren eingeleitet, wie die Polizei auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Davon hätten 483 Verfahren direkte oder indirekte Bezüge zu Ermittlungsverfahren im Phänomenbereich der Schusswaffenkriminalität, weshalb sie die Sondereinheit „Ferrum“ bearbeite.
Der Polizei zufolge wurden in Zusammenhang mit der Sonderheit 286 Personen festgenommen. Mehr als 5.200 Personen seien vorübergehend in ihrer Freiheit beschränkt worden. 80 Haftbefehle seien bislang erlassen worden, 51 Verdächtige befänden sich in Haft.
„Die bisherigen Ermittlungserfolge haben dazu beigetragen, kriminelle Strukturen aufzuhellen, sowie Tatverdächtige zu identifizieren und zu inhaftieren“, hieß es von der Polizei. „Auch konnte der Verfolgungsdruck auf die beteiligten Akteure deutlich erhöht werden.“ Ein wesentlicher Schwerpunkt der „Ferrum“-Arbeit seien Erpressungen unter Gebrauch von Schusswaffen.