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Schon wieder Schüsse in Berlin – Mordkommission ermittelt

In Berlin-Kreuzberg fallen mehrere Schüsse. Ein Mann wird getroffen und kommt verletzt ins Krankenhaus. Die Hintergründe sind noch unklar.

Von dpa

20.03.2026

Nach Schüssen in Kreuzberg ermittelt in Berlin eine Mordkommission. (Symbolbild)Marijan Murat/dpa

Nach Schüssen in Kreuzberg ermittelt in Berlin eine Mordkommission. (Symbolbild)Marijan Murat/dpa

© Marijan Murat/dpa

Durch mehrere Schüsse auf offener Straße in Berlin-Kreuzberg ist ein Mann verletzt worden. Der 23-Jährige hielt sich mit einem Bekannten am späten Donnerstagabend auf dem Gehweg der Graefestraße auf, als zwei Männer unvermittelt Schüsse auf ihn abgegeben haben sollen. Das teilte die Berliner Polizei mit. Die beiden unbekannten mutmaßlichen Täter flüchteten anschließend. 

Der 23-jährige Mann erlitt Verletzungen am Oberkörper, an einem Bein und einem Arm. Rettungskräfte brachten ihn zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. Lebensgefahr soll nicht bestanden haben. Weitere Personen wurden nicht verletzt. Die Hintergründe des Angriffs und die Identität der Tatverdächtigen sind noch unbekannt. Die Ermittlungen im Auftrag der Staatsanwaltschaft hat eine Mordkommission übernommen. 

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Berlin kommentierte den jüngsten Vorfall kritisch: „Es vergeht kaum eine Nacht, in der auf Berlins Straßen nicht scharf geschossen wird. Ehrlicherweise müssen wir von Glück sprechen, dass hier meist keine Unbeteiligten zwischen die Fronten geraten“, so GdP-Sprecher Benjamin Jendro.

Konkurrenzkämpfe eskalieren in Gewalt

Im Regelfall handele es sich bei diesen gewalttätigen Auseinandersetzungen um private Fehden oder Konkurrenzkämpfe in der organisierten Kriminalität. „Wer aber in einer belebten Metropole wie Berlin durch die Gegend ballert, nimmt billigend in Kauf, dass auch jemand anderes um die Ecke kommt, getroffen, schwer verletzt oder gar getötet wird.“ Die zunehmende Durchbewaffnung sei eine erschreckende Entwicklung, gegen die die Politik bisher keine Lösungsidee hervorgebracht habe. 

Innensenatorin Iris Spranger (SPD) bezeichnete den deutlichen Anstieg bei der Schusswaffenkriminalität jüngst als klares Warnsignal. „Wenn Konflikte mit Schusswaffen ausgetragen würden, sei „eine rote Linie überschritten“, sagte sie. 

Allein in den vergangenen Wochen ist es in Berlin mehrfach zu Verletzungen durch Schüsse gekommen. Die Zahl der Straftaten, bei denen mit Schusswaffen gedroht oder geschossen wurde, ist im vergangenen Jahr laut der Polizeistatistik spürbar gestiegen. Insgesamt erfasste die Polizei 1.119 Fälle, ein Plus von 68 Prozent. Zum Anstieg trug allerdings auch die seit 2025 verpflichtende, genauere Erfassung der Waffenverwendung bei.

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