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Scharf: Ausreichend Ganztagsplätze und Kita-Rekord

Am Dienstag startet das neue Kita-Jahr, zwei Wochen später greift der Rechtsanspruch auf Ganztagsplätze für Erstklässler. Ministerin Scharf sieht beidem optimistisch entgegen. Aber wie geht es weiter?

Von dpa

31.08.2026

Die Sozialministerin sieht Bayern zum Start des neuen Kita- und des neuen Schuljahres gut gerüstet.Peter Kneffel/dpa

Die Sozialministerin sieht Bayern zum Start des neuen Kita- und des neuen Schuljahres gut gerüstet.Peter Kneffel/dpa

© Peter Kneffel/dpa

Alle Erstklässler, deren Eltern dies wollen, bekommen nach Worten von Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) zum neuen Schuljahr einen Platz in einem Hort oder einer Mittagsbetreuung – damit würde der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler erfüllt. Und auch für den Start des neuen Kita-Jahres bereits an diesem Dienstag sei man gut gerüstet, bilanzierte Scharf in München. Dabei schob sie die Verantwortung für mancherorts steigende Kita-Gebühren freilich den Kommunen zu. Dies und mehr zum Start ins Kita- und ins neue Schuljahr in zwei Wochen im Überblick:

Ganztagsplätze für Erstklässler

Mit Beginn des neuen Schuljahrs greift der Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Ganztagsbetreuung für Grundschüler, und zwar zunächst für Erstklässler. Viel war diskutiert worden, ob es genügend Plätze gibt. Nun machte Scharf deutlich, dass sie nicht mit größeren Lücken oder Problemen rechnet. Heißt: Alle Erstklässler, deren Eltern dies wollen, können voraussichtlich einen Hort, eine Mittagsbetreuung oder ähnliche Angebote besuchen. Man wisse derzeit von keiner einzigen Klage, und bislang gebe es keinen größeren Aufschrei oder Beschwerden, sagte Scharf. Aus allen bisherigen Rückmeldungen könne man ablesen, dass man den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung erfüllen könne.

Scharf räumte sehr wohl ein, dass die Bereitstellung der Plätze ein Kraftakt für alle Beteiligten sei. Man sei mit den Kommunen in enger Abstimmung. Die Ministerin verwies aber auch darauf, dass schon heute mehr als 300.000 Grundschulkinder Ganztagsangebote nutzten – das seien rund 60 Prozent.

So viele Kitas wie noch nie 

Immer mehr Kinder, immer mehr Kitas, immer mehr Personal: Die Entwicklungskurven bei den bayerischen Kindertagesstätten zeigen allesamt nach oben. Gut 11.000 staatlich geförderte Kitas gab es zuletzt im Freistaat. Rund 130.000 Fach- und Ergänzungskräfte betreuten fast 650.000 Kinder. Verglichen mit der Situation vor 15 Jahren sind dies: 37 Prozent mehr Kitas, 42 Prozent mehr Kinder und 114 Prozent mehr Fach- und Ergänzungskräfte. 

Die Zeiten, in denen Kita-Plätze flächendeckend Mangelware waren, sind also vorbei. Und Ministerin Scharf rechnet auch damit, dass die massive Personalnot der vergangenen Jahre bald behoben ist. „Wir gehen fest davon aus, dass wir bis 2027 den Fachkräftebedarf werden decken können“, sagte sie. Dabei verwies sie auf jüngste Studien, auf die gestiegene Zahl an Fachakademien und an Weiterbildungen für Quereinsteiger sowie steigende Studienanfängerzahlen.

Verbände hatten in den vergangenen Monaten allerdings ihre Klagen bekräftigt: dass Personal fehle, dass Stress und Belastungen zunähmen, und dass die Quote an echten Fachkräften zu gering sei, auch im Bundesländervergleich. 

Tatsächlich ist die Gesamtzahl der betreuten Kinder das eine. Hinzu kommt, wie auch die Sozialministerin betont, dass die Zahl der Kinder mit „besonderem Bedarf“ steigt. Fast jedes zweite Kind fällt heute darunter – entweder wegen Migrationshintergrunds, wegen eines Alters unter drei oder einer Behinderung.

Was Scharf zu steigenden Kita-Gebühren sagt

Kurz vor der Sommepause hatte die Staatsregierung ihr neues Kita-Gesetz durch den Landtag gebracht. Die Regierungskoalition aus CSU und Freien Wählern hatte entschieden, das direkt an die Eltern gezahlte bayerische Familien- und Krippengeld komplett zu streichen und die frei werdenden Mittel stattdessen in die staatliche Betriebskostenförderung der Kitas zu stecken – um deren finanziellen Nöten mindestens teilweise etwas entgegenzusetzen.

Scharf argumentiert zudem, dass man die Kitas von Bürokratie entlaste: „Wir geben mehr Geld ins System und wir vereinfachen die Verwaltung“, sagte sie.

Kita-Träger hatten allerdings schon zuvor gewarnt, aufgrund der engen finanziellen Spielräume und weiter bestehender Defizite werde man vielerorts nicht darum herumkommen, die Elternbeiträge weiterhin anzupassen.

Scharf weist eine Mitverantwortung der Staatsregierung für steigende Kita-Gebühren allerdings entschieden zurück: Mit den jüngst beschlossenen Reformen könnten Gebührenerhöhungen nicht rechtfertigt werden. Sie gehe auch davon aus, dass die Kommunen sehr verantwortungsvoll handelten. Einen Überblick, in wie vielen Kitas Gebühren steigen, hat das Ministerium indes nicht.

Wie geht es in Zukunft weiter?

Die Geburtenraten im Freistaat sind laut Scharf inzwischen im dritten Jahr in Folge rückläufig. Bayern bleibe andererseits „Zuzugsland“. Deshalb steige die Zahl der zu betreuenden Kinder im Moment noch weiter. „Wissenschaftler sagen, dass der Peak hier noch nicht erreicht ist“, berichtete Scharf.

Die Entwicklung ist aber nicht überall im Freistaat gleich. In manchen Kitas fehlen heute schon Kinder. Denen sichert Scharf auch weiterhin Unterstützung zu, um überleben zu können: Die sogenannte Landkindergartenregelung soll verhindern, dass Kitas in dünn besiedelten Regionen schließen müssen, wenn etwa wegen sinkender Geburtenraten zu wenige Kinder angemeldet sind.

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