Sächsische Landschaftsgärtner starten bei Berufe-WM in China
Zwei junge Sachsen müssen die Juroren bei der Berufe-WM WorldSkills in Schanghai mit chinesischer Gartenkunst überzeugen. Gefragt ist nicht nur künstlerische Kreativität, sondern auch Nervenstärke.
In der chinesischen Metropole Schanghai wird vom 23. bis 26. September die Weltmeisterschaft der Berufe - WorldSkills - ausgerichtet. (Archivbild)Michael Kappeler/dpa
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Bei der Weltmeisterschaft der Berufe (WorldSkills) in Schanghai ruhen die deutschen Hoffnungen auch auf zwei Landschaftsgärtnern aus Sachsen. Derzeit bereiten sich der 20 Jahre alte Lennard Weitzmann und sein Berufskollege Marc-Aurel Spalek auf das Championat vor, wie das Team der deutschen Nationalmannschaft mitteilte. Am 17. September geht es zusammen mit weiteren 34 Vertretern unterschiedlicher Berufe in die chinesische Metropole. Dort finden vom 23. bis 26. September die 48. WorldSkills in 64 nicht akademischen Berufen statt.
Aktuell wird chinesische Gartenkunst studiert
Weitzmann hatte im Juli dieses Jahres seine Berufsausbildung abgeschlossen und ist schon seit September 2025 Deutscher Meister im Garten- und Landschaftsbau. Gemeinsam mit Spalek gewann er als Team den Landschaftsgärtner-Cup in Berlin, womit beide das Ticket für Shanghai lösten. „Zurzeit beschäftigen sich sowohl Spalek als auch Weitzmann intensiv mit der chinesischen Gartenkunst“, hieß es.
22 Stunden Zeit für einen Garten mit chinesischem Flair
„Ich versuche, mich da hineinzudenken, schaue YouTube-Videos und in unserer Firma gibt es mittlerweile auch Bücher über chinesische Gärten“, berichtete Spalek. Im letzten Training geht es um Qualität und Geschwindigkeit. 22 Stunden haben die Bundestrainer für diese Aufgabe anberaumt. Genauso viel, wie es für die Wettbewerbsbaustelle in Shanghai gibt. „Unser Ziel für Shanghai ist, den Wettbewerbsgarten auf jeden Fall fertigzustellen und täglich unser Bestes zu geben“, sind sich die beiden Sachsen einig.
Natürliche Landschaften in Miniaturform
Dabei ist die Wettbewerbsaufgaben bis zuletzt die große Unbekannte. Bekannt ist nur, dass es um Inspirationen aus historischen chinesischen Gärten geht, die modern interpretiert werden sollen. „Traditionelle chinesische Gärten bilden das Wesen natürlicher Landschaften in Miniaturform nach und stellen eine emotionale Verbindung zwischen Mensch und Natur her“, erklärten die Experten vom deutschen WM-Team. Nie offenbare sich der gesamte Garten auf einen Blick.
Neben Teamgeist ist Präzision gefragt
„Gewundene Wege, Mond-Tore, eingerahmte Blickwinkel, spiegelnde Wasserflächen und sorgfältig platzierte Steine schaffen sich laufend verändernde Perspektiven“, hieß es weiter. Der Wettbewerbsgarten solle nicht nur traditionelle Elemente nachbilden, sondern auch Harmonie, Ausgewogenheit, handwerkliches Können und räumliche Erzählkunst beinhalten. Es gehe um eine zeitgenössische Komposition der Gartenbautradition. Neben Teamgeist sei absolute Präzision gefragt.
Wettkämpfer dürfen kein eigenes Werkzeug verwenden
Bereits am 22. September geht es los. Dann werden nicht nur die Materialien und die bereitgestellten Maschinen für den Bau des Gartens vorgestellt, dann wird auch die Wettbewerbsaufgabe mit all ihren Details präsentiert. Erstmals in der Geschichte von WorldSkills darf kein eigenes Werkzeug verwendet werden. Alles wird vom Veranstalter vor Ort gestellt. Das soll Chancengleichheit garantieren.
Fehler kann man sich nicht leisten
Spalek und Weitzmann werden nicht nur körperlich, sondern auch nervlich beansprucht. Die Wettbewerbsaufgabe ist in knapp bemessener Zeit fachlich korrekt und exakt mit den auf dem Plan angegebenen Maßen umzusetzen. Die Arbeitsschritte sind nach Modulen aufgebaut. Am Ende eines jeden Moduls werden sie von Experten anderer Nationen bewertet. „Fehler kann man sich hier keine leisten, dazu fehlt die Zeit. Die Fähigkeit, Schwierigkeiten souverän und selbstständig als Team zu lösen, ist ausschlaggebend für den Verlauf“, betonte Trainer Georg Kahsnitz.
Teilnehmer aus mehr als 70 Ländern erwartet
Bei den diesjährigen WorldSkills werden mehr als 1.400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus über 70 Ländern erwartet. Die Deutsche Berufe-Nationalmannschaft ist mit 36 jungen Frauen und Männern in 31 Disziplinen am Start. Beim „Landscape Gardening“ treten 20 Zweierteams aus 20 Ländern an.
Kandidaten wurden in Chemnitzer Firma ausgebildet
Weitzmann und Spalek wurden bei der Chemnitzer Firma Wirth & Wiener ausgebildet. Um die beiden Landschaftsgärtner bei ihrer Vorbereitung zu unterstützen, kreierte ein regionaler Getränkehersteller eigens eine Limonade in der Geschmacksrichtung Gurke-Zitrone. Zudem steuerte der Freistaat Sachsen in persona von Landtagspräsident Alexander Dierks 1.500 Euro bei. Auf diese Weise kamen bisher 7.000 Euro zusammen. Sie wurden der Ausbilderfirma für ihre Auslagen in der Vorbereitungsphase übergeben.