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Rot-Grün will HPV-Impfquote in Hamburg erhöhen

Die meisten Menschen stecken sich im Laufe ihres Lebens mit Humanen Papillomviren an, die Krebs verursachen können. Impfungen bieten Schutz. Bei der Impfquote sieht Rot-Grün in Hamburg aber noch Luft.

Von dpa

14.02.2026

SPD und Grüne wollen die HPV-Impfquote unter Hamburgs Jugendlichen erhöhen. (Archivbild)Stefan Puchner/dpa

SPD und Grüne wollen die HPV-Impfquote unter Hamburgs Jugendlichen erhöhen. (Archivbild)Stefan Puchner/dpa

© Stefan Puchner/dpa

Jährlich wird am 4. März auf die Krebsgefahr durch Humane Papillomviren hingewiesen. Dennoch sind die HPV-Impfquoten unter den Jugendlichen in Hamburg im weltweiten Vergleich niedrig. Das geht aus einem Antrag von SPD und Grünen zum internationalen HPV-Awareness-Tag hervor. Der Antrag soll in der nächsten Bürgerschaftssitzung behandelt werden, die Regierungsfraktionen wollen damit erreichen, dass der Impfschutz in Hamburg weiter gesteigert wird.

Neben Gebärmutterhalskrebs können die Viren den Angaben zufolge auch zu Anal- und Mund-Rachen-Krebs sowie Genitalwarzen führen. In Hamburg seien mit Stand 2023 nur rund 53,7 Prozent der 15-jährigen Mädchen und 35,4 Prozent der 15-jährigen Jungen vollständig gegen HPV geimpft gewesen, hieß es.

„Die HPV-Impfung schützt nachweislich vor schweren Erkrankungen und Krebs. Insbesondere kann sie Mädchen und Frauen wirksam vor Gebärmutterhalskrebs schützen, der häufig Folge einer HPV-Infektion ist“, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Claudia Loss, der Deutschen Presse-Agentur.

Nur gut die Hälfte der 15-jährigen Mädchen geimpft 

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Senat eine HPV-Impfkampagne gestartet. Die Fraktionen setzen sich nun dafür ein, die bestehenden Maßnahmen fortzuführen und auszubauen. Unter anderem sollen Sorgeberechtigte in jährlichen Schreiben auf die Wirksamkeit der Impfung hingewiesen werden und es sollen zusätzliche niedrigschwellige Angebote geschaffen werden.

„In Deutschland erkranken aktuell pro Jahr etwa 10.000 Personen an HPV-bedingtem Krebs, davon etwa 7.000 Frauen und 3.000 Männer“, heißt es in dem Antrag. Eine Impfung könne das Risiko für Krebs und Genitalwarzen um bis zu 90 Prozent senken. Der beste Zeitpunkt dafür sei ab dem 9. Geburtstag. Bis zum 14. Geburtstag seien dann zwei Impfungen für einen vollständigen Impfschutz notwendig, ab dem 15. Lebensjahr würden drei Impfungen empfohlen.

Impf-Unterschied zwischen Mädchen und Jungen

„Vorsorge darf nicht an fehlender Information oder unnötigen Hürden scheitern“, sagte Loss. „Gerade Kinder und Jugendliche müssen wir frühzeitig schützen.“ 

Der Gesundheitsexperte der Grünen, Linus Görg, verwies darauf, dass es besonders niedrige Impfquoten bei Jungen gebe. Gerade hier müsse besser über die schützende Wirkung der Impfung aufgeklärt werden, sagte er. „Deshalb wollen wir Sorgeberechtigte künftig direkt und umfassend darüber informieren, wie wichtig und sicher eine HPV-Impfung für die Gesundheit ihrer Kinder ist.“ 

Zusätzlich sollen die Impfangebote in den Bezirken gezielt ausgebaut werden. „Das Ziel ist klar: Kein Kind soll in unserer Stadt wegen HPV im späteren Leben an Krebs erkranken“, sagte Görg.

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