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Rekord bei Lehrkräften stabilisiert Unterrichtsversorgung

Mehr Lehrkräfte, mehr Unterricht, aber noch kein Grund zum Feiern: Was sich an Niedersachsens Schulen verbessert hat und welche Herausforderungen noch bleiben.

Von dpa

22.01.2026

In Niedersachsen arbeiten laut Kultusministerium derzeit so viele Lehrkräfte wie nie zuvor. (Symbolbild)Julian Stratenschulte/dpa

In Niedersachsen arbeiten laut Kultusministerium derzeit so viele Lehrkräfte wie nie zuvor. (Symbolbild)Julian Stratenschulte/dpa

© Julian Stratenschulte/dpa

Dank vieler neuer Lehrerinnen und Lehrer hat sich die Unterrichtsversorgung an Niedersachsens Schulen stabilisiert – sie liegt allerdings weiter unter dem Bedarf. Das hat Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) vor Beginn des zweiten Schulhalbjahres bekanntgegeben.

Nie zuvor sei die Zahl der verfügbaren Lehrkräftestunden so hoch gewesen wie derzeit. Die Unterrichtsversorgung stieg dadurch leicht von 96,9 auf 97,2 Prozent. Der Wert gibt an, ob es für das Soll an Pflichtstunden genügend Lehrkräfte gibt. Höher lag er zuletzt vor vier Jahren.

Ministerin: Noch keine Trendumkehr

Ob sich diese Besserung auch im Schuljahr 2026/27 fortsetzen wird, ist Hamburg zufolge jedoch noch offen – unter anderem wegen steigender Schülerzahlen und des neuen Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung. 

Kultusministerin Hamburg stellt die Zahlen zum laufenden Schuljahr vor.Michael Matthey/dpa

Kultusministerin Hamburg stellt die Zahlen zum laufenden Schuljahr vor.Michael Matthey/dpa

© Michael Matthey/dpa

„Ich kann noch nicht von einer Trendumkehr sprechen“, sagte die Ministerin. Der aktuelle Wert sei auch noch kein Grund zum Feiern. Es zeige sich aber, dass die Maßnahmen des Landes gegen den seit Jahren anhaltenden Lehrkräftemangel wirkten.

Lehrer haben mehr Zeit pro Schüler

Konkret liegt das Soll der Lehrkräftestunden derzeit bei 1,45 Millionen. Erreicht wurden 1,41 Millionen Stunden. Gleichzeitig stieg die Zahl der Schülerinnen und Schüler auf rund 827.500 und die Anforderungen an die Schulen wurden angehoben: mit zusätzlichen Stunden für Deutsch und Mathematik in den Grundschulen, der Einführung des Pflichtfachs Informatik sowie dem Ausbau von Ganztagsangeboten, Inklusion und Sprachförderung.

Hamburg betonte, dass sich die Lehrer-Schüler-Relation verbessert habe: Pro Schüler stehen in diesem Schuljahr rechnerisch 1,71 Lehrerstunden zur Verfügung. Das ist laut Ministerium der beste Wert seit 2020.

So ist die Unterrichtsversorgung an den Schulformen

Zwischen den Regionen und unterschiedlichen Schulformen gibt es indes große Unterschiede bei der Unterrichtsversorgung. Die Schere zwischen Gymnasien und Hauptschulen ging sogar weiter auseinander:

  • Gymnasien: 101,2 Prozent (Vorjahr: 100,6 Prozent)
  • Grundschulen: 98,2 Prozent (Vorjahr: 98,0 Prozent)
  • Gesamtschulen: 97,8 Prozent (Vorjahr: 97,3 Prozent)
  • Realschulen: 95,3 Prozent (Vorjahr: 95,2 Prozent)
  • Oberschulen: 92,7 Prozent (Vorjahr: 92,9 Prozent)
  • Förderschulen: 91,8 Prozent (Vorjahr: 90,8 Prozent)
  • Hauptschulen: 90,6 Prozent (Vorjahr: 91,5 Prozent)

Kultusministerin Hamburg richtete daher einen Appell an die Berufseinsteiger, auch unbeliebtere Regionen oder Schulen in Betracht zu ziehen. „Wir ermöglichen auch befristete Einstellungen, wenn Lehrkräfte Schulen oder Regionen erst einmal kennenlernen wollen“, sagte sie. Das sei attraktiver, als sich von Vertretung zu Vertretung zu hangeln.

In Niedersachsen arbeiten laut Kultusministerium derzeit so viele Lehrkräfte wie nie zuvor. (Symbolbild)Julian Stratenschulte/dpa

In Niedersachsen arbeiten laut Kultusministerium derzeit so viele Lehrkräfte wie nie zuvor. (Symbolbild)Julian Stratenschulte/dpa

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