Potsdam erinnert an das Attentat auf Hitler
Bei einer Gedenkstunde in Potsdam zum Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 steht der damalige Chef der Heeresarchive, Friedrich von Rabenau, im Mittelpunkt. Ein Nachfahre ist dabei.
Die Stadt Potsdam erinnert an das Attentat auf Adolf Hitler 1944 am Turm des früheren Reichsarchivs. (Archivbild)Christoph Soeder/dpa
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Mit einem Gedenken an historischem Ort hat Brandenburgs Landeshauptstadt Potsdam an das gescheiterte Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 erinnert. Die Gedenkstunde fand am Turm des ehemaligen Reichs- und Heeresarchivs auf dem Brauhausberg statt. Der damalige Chef der Heeresarchive, Friedrich von Rabenau, gehörte zum Widerstand und war nach Angaben der Stadt überzeugter Gegner des NS-Regimes.
Oberbürgermeisterin Noosha Aubel ehrte die Widerstandskämpfer und rief zu Verantwortung auf. „Der 20. Juli erinnert uns daran, dass Gehorsam spätestens dort eine Grenze hat, wo er staatliches Handeln, Recht, Menschenwürde und Menschlichkeit verletzt“, sagte die parteilose Politikerin. Eine Diktatur dürfe nicht erst bekämpft werden, „wenn ihre Verbrechen unübersehbar geworden sind“. Demokratie brauche Menschen, die widersprechen, bevor Anpassung und Schweigen zur Normalität würden.
Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel (parteilos) erinnert an das Attentat auf Adolf Hitler 1944 am Turm des früheren Reichsarchivs.Christoph Soeder/dpa
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Der Großneffe von Friedrich Rabenau, Wolf-Teja von Rabenau, rief ebenfalls zu Achtsamkeit auf. „Es bleibt also unserer inzwischen dritten Nachkriegsgeneration deutlich zuzurufen: Seid wachsam!“, sagte er. „Fallt nicht noch einmal auf vermeintliche Heilsbringer aus dem radikalen politischen Spektrum herein. Sie bringen kein Heil, sondern Unfreiheit.“
Das ehemalige Reichs- und Heeresarchiv war später SED-Parteihaus und auch Brandenburger Landtag, der dann ins wieder entstandene Stadtschloss umzog. Auf dem Brauhausberg ist ein neuer Uni-Campus geplant.
Hitler überlebt - Attentäter werden erschossen
Am 20. Juli 1944 hatten Wehrmachtsoffiziere um Claus Schenk Graf von Stauffenberg vergeblich versucht, Adolf Hitler mit einer Bombe zu töten, die nationalsozialistische Herrschaft zu stürzen und den Zweiten Weltkrieg zu beenden.
Doch der Diktator überlebte und der Umsturzversuch scheiterte. Stauffenberg und drei weitere Beteiligte wurden noch am selben Abend im Innenhof des Bendlerblocks in Berlin erschossen.
Offiziere aus Potsdam waren am Attentat beteiligt
Aus dem neunten Infanterie-Regiment in Potsdam gingen zahlreiche Offiziere hervor, die sich dem militärischen Widerstand gegen das NS-Regime anschlossen und am Attentat 1944 beteiligt waren.
Am Montag, dem Jahrestag des Attentats, lädt das Brandenburger Infrastrukturministerium an seinem Sitz, dem ehemaligen Kasernengebäude des Regiments, zum Besuch einer Gedenkausstellung ein. Die Bedeutung von Frauen im NS-Widerstand steht im Mittelpunkt einer Veranstaltung im Frauenzentrum am Alten Markt.
Beim Gedenken an das Attentat auf Adolf Hitler 1944 in Potsdam nimmt auch Wolf-Teja von Rabenau teil, Großneffe von Friedrich von Rabenau, dem früheren Chef der Heeresarchive und Teil des militärischen Widerstands.Christoph Soeder/dpa
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