Polizei berät Tausende Kinder und Jugendliche
Die Beratungsstelle ist ein Baustein zum Opferschutz. Sie soll beitragen, Mehrfach- und Intensivtäterkarrieren zu verhindern. So sieht die Bilanz der vergangenen fünf Jahre aus.
Mit der Arbeit der Jugendberatungsstelle sollen weitere Straftaten möglichst verhindert werden. (Symbolbild)Robert Michael/dpa
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Sie bietet Unterstützung für tatverdächtige Kinder und Jugendliche und will Rückfälle bei jungen Straffälligen verhindern: Die Mitarbeiter der Jugendberatungsstelle bei der Polizei in Sachsen-Anhalt haben in den vergangenen fünf Jahren Zehntausende Menschen erreicht. Von 2021 bis 2025 habe es über 8.800 Beratungen mit jungen Menschen gegeben, heißt es in der Antwort des Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage des CDU-Abgeordneten Markus Kurze. „Zusätzlich fanden über 2.000 Beratungen mit Angehörigen und anderen Fachkräften des sozialen Bereichs statt, sodass insgesamt mehr als 20.000 Menschen erreicht wurden.“
21 Bedienstete sind für die Beratungstätigkeit vorgesehen. Allerdings sind vier Stellen aktuell nicht besetzt, wie es weiter hieß. In Magdeburg sind zwei von drei Stellen unbesetzt, in Haldensleben (Landkreis Börde) und Eisleben (Landkreis Mansfeld-Südharz) eine von zwei. Bis zum 1. Oktober dieses Jahres gingen zudem drei Sachbearbeiter in Burg (Jerichower Land), Halle und Bitterfeld-Wolfen in den Ruhestand.
Die Landesregierung messe der Jugendberatungsstelle, die an 15 Hauptstandorten sowie bedarfsweise weiteren Außenstandorten aktiv ist, eine hohe Bedeutung für die präventive Bekämpfung von Jugendkriminalität bei. Es gibt sie seit Mitte der 1990er Jahre. Sie bietet eine frühzeitige sozialpädagogische Unterstützung für tatverdächtige Kinder, Jugendliche und Heranwachsende an. Straffällig gewordene junge Menschen erhalten Unterstützung dabei, die Ursachen ihres strafbaren Handelns aufzuarbeiten, Rückfälle zu verhindern, eine nachhaltige soziale Integration zu fördern. Zugleich werden Hilfs- und Unterstützungsangebote vermittelt.