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Neues Straßenkinderhaus öffnet in Berlin

Tausende Jugendliche leben deutschlandweit auf der Straße. Berlin hat nun ein neues Straßenkinderhaus. Was bietet die „Butze“?

Von dpa

02.10.2026

In der Butze sollen Kinder und Jugendliche Hilfe bekommen.Britta Pedersen/dpa

In der Butze sollen Kinder und Jugendliche Hilfe bekommen.Britta Pedersen/dpa

© Britta Pedersen/dpa

Weg von der Straße: Mit dem neuen Straßenkinderhaus Butze sollen obdachlose Kinder und Jugendliche in Berlin schneller Hilfe und eine Perspektive bekommen. Das leuchtend grüne Haus des Vereins Straßenkinder nahe dem Bahnhof Lichtenberg wurde am Freitag eröffnet. Am Sonntag ist ein Tag der offenen Tür geplant.

In dem leuchtend grünen Gebäude werden auf rund 3.650 Quadratmetern verschiedene Angebote für Straßenkinder gebündelt. Es gibt 41 Wohn- und Schlafmöglichkeiten, darunter Notschlafstellen, Wohnungen und Mikroapartments. Jugendliche können dort einfach ihr Handy aufladen und etwas zu essen bekommen, es geht aber auch um langfristige Hilfen.

Zum Angebot gehören eine Wärmestube, Sozial- und Rechtsberatung, Werkstätten, Schulungsräume, Dusch- und Waschräume sowie eine Kleiderkammer. Das von Spenden finanzierte Haus soll auch eine Basis für Streetworker sein. Die Kosten lagen dem Verein zufolge bei rund 23 Millionen Euro. Zwei Drittel davon wurden von der Birgit und Thomas Rabe Stiftung getragen. 

Was das Ziel der Butze ist

„Es gibt Tausende von obdachlosen Jugendlichen“, sagte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe. Es gebe unterschiedliche Formen der Obdachlosigkeit und auch keine exakten Statistiken. Aber wenn man mit offenen Ohren und Augen durch Berlin laufe, sehe man, dass es ein Problem gebe. „Das Ziel der Butze ist, 150 Jugendliche pro Jahr dauerhaft in die Gesellschaft zurückzuführen. Wenn uns das gelänge, wäre das ein großer gesellschaftlicher Beitrag und natürlich auch eine große persönliche Freude.“

Laut dem Verein Straßenkinder leben in Deutschland aktuell mindestens 6.500 Minderjährige auf der Straße. Bei den Reden zur Eröffnung ging es auch um persönliche Schicksale, wie das von „Krümel“, die sich vom Straßenkind bis zur stellvertretenden Kita-Leiterin hochgearbeitet hat. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) betonte: „Jedes Kind verdient eine echte, eine faire Chance.“ 

Die Butze soll Kinder schnellstmöglich von der Straße holen, damit sie nicht weiter abrutschen. „Viele Kinder und Jugendliche, die auf der Straße leben, haben in ihrem bisherigen Leben wenig bis gar keine Verlässlichkeit oder Stabilität erfahren“, so beschreibt es der Vereinsvorsitzende Eckhard Baumann. Die Butze ist demnach mehr als eine Zufluchtsstätte und ein sicheres Zuhause. Es sei auch ein Haus der Chancen, in dem Straßenkinder Wertschätzung und die Chance auf einen Neustart bekommen.

Bertelsmann-Chef Thomas Rabe kam zur Eröffnung.Britta Pedersen/dpa

Bertelsmann-Chef Thomas Rabe kam zur Eröffnung.Britta Pedersen/dpa

© Britta Pedersen/dpa

Das Haus ist schon weitem sichtbar.Robin Baumann/Straßenkinder e.V./dpa

Das Haus ist schon weitem sichtbar.Robin Baumann/Straßenkinder e.V./dpa

© Robin Baumann/Straßenkinder e.V./dpa

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