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Neue Silikonanlage soll Evonik-Standort Essen stärken

52 Millionen Euro für eine neue Silikonanlage: Evonik baut seinen Essener Standort aus – mitten in der Debatte über eine mögliche Übernahme durch BASF. Welche Rolle soll Essen künftig spielen?

Von dpa

03.11.2026

Der Chemiekonzern Evonik hat in Essen eine neue Produktionsanlage für Spezialsilikone gebaut. 52 Millionen Euro wurden investiert.Fabian Strauch/dpa

Der Chemiekonzern Evonik hat in Essen eine neue Produktionsanlage für Spezialsilikone gebaut. 52 Millionen Euro wurden investiert.Fabian Strauch/dpa

© Fabian Strauch/dpa

Mitten in der Debatte um eine Übernahme des Essener Chemiekonzerns Evonik durch BASF hat Evonik eine neue Produktionsanlage für Spezialkunststoffe in Essen präsentiert. Das Unternehmen erweitert damit nach eigenen Angaben seine Kapazitäten für bestimmte Silikone. Investiert wurden nach Firmenangaben rund 52 Millionen Euro. Mit dem Geld wurden die Anlage und ein neues Tanklager errichtet. Verwendung finden diese Silikone als Zusatzstoffe unter anderem in Polyurethanschäumen für Dämmstoffe, Matratzen und Autositze sowie in Klebstoffen, Lacken, Beschichtungen und Kosmetikprodukten. 

„Mit dem Ausbau stärken wir unsere Silikone-Plattform, erhöhen unsere Lieferkettenresilienz und ermöglichen profitables Wachstum“, sagte Lauren Kjeldsen, die im Evonik-Vorstand für das Segment „Custom Solutions“ zuständig ist. Darin sind Geschäfte gebündelt, in denen es um passgenaue Spezialchemikalien geht, die oft auch gemeinsam mit den Kunden entwickelt werden. „Die Investition unterstreicht die wichtige Rolle innovativer Standorte in Deutschland für den Erfolg unserer globalen Produktion“, so Kjeldsen weiter.

Essen ist zentraler Produktionsstandort für Silikone

Silikone produziert Evonik auch an drei anderen deutschen Standorten sowie in Italien, China und den USA. Essen sei der zentrale Produktionsstandort. Die neue Anlage entlaste den internationalen Produktionsverbund, da weniger Zwischen- und Endprodukte zwischen den Standorten transportiert werden müssten, betonte das Unternehmen. Auch vermeide man damit Engpässe und erschließe zusätzliches Marktpotenzial.

Vorständin Laura Kjeldsen ist bei Evonik zuständig für alle Geschäfte, die mit maßgeschneiderten Spezialchemieprodukten zu tun haben.Fabian Strauch/dpa

Vorständin Laura Kjeldsen ist bei Evonik zuständig für alle Geschäfte, die mit maßgeschneiderten Spezialchemieprodukten zu tun haben.Fabian Strauch/dpa

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Evonik sprach von einer „strategischen Bedeutung“ des Standorts „Essen Goldschmidtstraße“. Das Unternehmen verwies in diesem Zusammenhang auf jüngst definierte „Zukunftsbilder“: Für jeden der sechs großen Produktionsstandorte in Deutschland (Essen, Marl, Wesseling, Darmstadt/Weiterstadt, Rheinfelden und Hanau) habe man ein eindeutiges Profil festgelegt, auf dessen Grundlage sie in den kommenden Jahren weiterentwickelt würden. „Der Standort in Essen positioniert sich als Kompetenzzentrum für maßgeschneiderte chemische Rezepturen“, so Evonik.

Evonik will eigenständig bleiben, aber trotzdem mit BASF reden

Evonik hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass man auf der Basis der bis dahin vorliegenden Informationen nicht mit der BASF über eine Übernahme verhandele. „Der Vorstand bleibt auf die strategische Ausrichtung und Weiterentwicklung von Evonik als eigenständiges Unternehmen fokussiert“, hieß es in einer Mitteilung. Das Unternehmen signalisierte gleichzeitig die „Bereitschaft zu einem rein informativen und vertraulichen Austausch mit der BASF“ über die Positionen der beiden Unternehmen.

Am Dienstag unterstrich Finanzvorstand Michael Rauch anlässlich der Vorlage neuer Quartalszahlen die Absicht des Unternehmens, eigenständig zu bleiben. Evonik sei „ein starkes Unternehmen, ein weltweit führender Anbieter in der Spezialchemie“, sagte er in einem Statement im Netzwerkportal Linkedin. Dass man damit für andere Unternehmen interessant sei, sei gut nachvollziehbar. „Genauso klar möchte ich aber sagen: Evonik ist groß genug, Evonik ist stark und wir machen Evonik gerade noch stärker. Unser Portfolio wird nach den Maßnahmen, die wir derzeit umsetzen, noch mal viel attraktiver sein.“

Der Chemiekonzern Evonik hat eine neue Produktionsanlage für Silikone präsentiert. 52 Millionen Euro wurden investiert. (Archivbild)Helge Toben/dpa

Der Chemiekonzern Evonik hat eine neue Produktionsanlage für Silikone präsentiert. 52 Millionen Euro wurden investiert. (Archivbild)Helge Toben/dpa

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