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Nach Schockanrufen bei Senioren: Betrugsprozess hat begonnen

Mit dramatischen Geschichten am Telefon verängstigen Betrüger ältere Menschen. Wie die Polizei der Bande auf die Spur kam.

Von dpa

08.07.2026

Eine Frau und zwei Männer sind wegen bandenmäßigen Betrugs angeklagt. (Archivbild)Hannes P Albert/dpa

Eine Frau und zwei Männer sind wegen bandenmäßigen Betrugs angeklagt. (Archivbild)Hannes P Albert/dpa

© Hannes P Albert/dpa

Als falsche Staatsanwälte oder Polizisten rufen Betrüger ältere Menschen an und versetzen diese in Angst und Schrecken - nun hat im Frankfurter Landgericht der Prozess gegen drei mutmaßliche Mitglieder einer solchen Bande begonnen. Die Frau und die beiden Männer seien Teil einer international agierenden Gruppe, ihnen werde banden- und gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen, hieß es in der Anklageschrift. Sie sollen in wechselnder Beteiligung unter anderem in Frankfurt und Offenbach Senioren betrogen haben. Die Angeklagten räumten die Taten zum Teil ein.

Am 10. November 2025 waren sie festgenommen worden, nachdem die heute 25-jährige Angeklagte auf der Frankfurter Einkaufsmeile Zeil wegen ihres Benehmens einer Polizistin aufgefallen war. Die Frau habe gestresst gewirkt und den Eindruck erweckt, als ob sie über das Handy Anweisungen erhalten würde, erklärte die Beamtin in ihrer Zeugenaussage. 

Als die Frau in ein Taxi stieg und sich in ein Frankfurter Wohngebiet fahren ließ, wurde sie von Beamten verfolgt, vor Ort weiter observiert und schließlich mit der Beute aus einem mutmaßlichen Schockanruf festgenommen. 

Betrüger versetzen ältere Menschen mit Schockanrufen in Angst. (Symbolbild)Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Betrüger versetzen ältere Menschen mit Schockanrufen in Angst. (Symbolbild)Karl-Josef Hildenbrand/dpa

© Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Beute im Stoffbeutel

Die Beute stammte laut der Anklage von einer 88-jährigen Frau. Diese war an dem Tag von einem vermeintlichen Staatsanwalt mit dem angeblichen Namen „Dr. Marquart“ angerufen worden, der behauptete, ihr Sohn habe einen tödlichen Unfall verursacht und müsse in Haft, wenn nicht eine Kaution gezahlt werde. Die Frau packte 5.400 Euro sowie Schmuck und Sammlermünzen in einen Stoffbeutel und warf diesen weisungsgemäß am frühen Abend über den Balkon ihrer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus mutmaßlich der nun Angeklagten zu. Ein Polizist berichtete im Gericht, die Frau sei völlig aufgelöst gewesen und habe geweint. 

Die weiteren Angeklagten nahm die Polizei in einem Frankfurter Hotel fest, in dem die 25-jährige Angeklagte wohnte. Einer der beiden 20-jährigen Männer soll laut Anklage nach einem Schockanruf im August 2025 bei einem 86 Jahre alten Mann in Offenbach wertvolle Sammlermünzen im Wert von 175.000 Euro abgeholt haben. Dem Offenbacher sei bei dem Anruf gesagt worden, seine Tochter habe in Spanien einen Unfall verursacht, bei dem eine Schwangere ums Leben gekommen sei und müsse ohne Kautionszahlung ins Gefängnis. 

Der Prozess wird bis in den August fortgesetzt.

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