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Einsturz von Wolfsburger Kita – „Gott sei Dank“ am Sonntag

Ein lauter Knall, dann liegt eine Kita weitgehend in Trümmern: Am Wochenende entgeht Wolfsburg wohl beinahe einer Katastrophe – am Tag danach sind noch viele Fragen offen.

Von dpa

21.09.2026

Die Kindertagesstätte ist nach einem lauten Knall teilweise eingestürzt.Moritz Frankenberg/dpa

Die Kindertagesstätte ist nach einem lauten Knall teilweise eingestürzt.Moritz Frankenberg/dpa

© Moritz Frankenberg/dpa

Nach dem teilweisen Einsturz einer Kindertagesstätte ist der Schock in Wolfsburg groß. „Gott sei Dank, dass das an einem Sonntag passiert ist, als keine Kinder und keine Mitarbeitenden in der Kita oder auf dem Gelände waren! Nicht auszudenken, das wäre an einem Wochentag während des regulären Betriebes passiert“, sagte Christian Berndt, Superintendent des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Wolfsburg-Wittingen, in einer Mitteilung. Der Kirchenkreis ist Träger der Einrichtung. Inzwischen ist klar, dass niemand bei dem Einsturz verletzt wurde. Die Polizei geht bislang von einer Gasexplosion aus.

Unter den Trümmern wurde niemand gefunden. Die Suchmaßnahmen seien noch am Abend beendet worden, sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Ihren Worten zufolge gingen die Helfer nicht davon aus, Opfer zu finden. Das Technische Hilfswerk (THW) suchte das Trümmerfeld mit Suchhunden ab. Auch eine Fachgruppe, die mit Kameras und Mikrofonen in Spalten sehen und hören kann, konnte niemanden unter dem Schutt orten. 

Am frühen Nachmittag untersuchten Ermittler der Polizei und ein von der Staatsanwaltschaft Braunschweig beauftragter Sachverständiger den Ort. Die Ursache für den Zusammensturz der Kita ließ sich allerdings noch nicht klären, wie die Polizei danach mitteilte. Einige Bereiche hätten nicht betreten werden können, da Trümmerteile den Zugang versperrten. Deshalb soll im Laufe der Woche nun ein Baufahrzeug anrücken. Der Ort ist weiterhin beschlagnahmt. 

Zeugen melden lauten Knall

Nach Angaben der Polizei gingen am Sonntagmorgen mehrere Notrufe ein, weil Menschen einen lauten Knall hörten. Einsatzkräfte rückten an und fanden ein weitgehend zerstörtes Gebäude vor. Etwa ein Drittel des Gebäudes war eingestürzt, der Rest des Kita-Gebäudes gilt als stark einsturzgefährdet. Der Schaden wird auf eine hohe sechsstellige Summe geschätzt. 

Vorerst können in der zerstörten Einrichtung keine Kinder mehr betreut werden. Moritz Frankenberg/dpa

Vorerst können in der zerstörten Einrichtung keine Kinder mehr betreut werden. Moritz Frankenberg/dpa

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Wolfsburgs Oberbürgermeister Dennis Weilmann (CDU) sagte den „Wolfsburger Nachrichten“: „Es ist gut und wichtig, dass niemand zu Schaden gekommen ist. Jetzt gilt es aufzuklären, was passiert ist.“ Weilmann kam am Sonntag zu der Unglücksstelle und sprach mit Einsatzkräften. 

Die Polizei geht bislang von einer Gasexplosion aus. Deren Ursache stand zunächst nicht fest, wie die Polizeisprecherin sagte. Weder ein technischer Defekt noch ein Fremdverschulden seien auszuschließen, hieß es. 

„Zu den Ursachen können wir zurzeit nicht mal Vermutungen anstellen, geschweige denn, konkret etwas sagen. Das werden jetzt die Fachleute von Feuerwehr und Kripo in den Blick nehmen“, sagte Superintendent Berndt. 

Wo die Kita-Kinder nun betreut werden

Kinder können auf dem Gelände vorerst nicht mehr betreut werden. „Wir sind dankbar und erleichtert, dass kein Mensch zu Schaden gekommen ist“, teilte Stefanie Heidemann-Müller, pädagogische Leiterin der insgesamt 15 evangelischen Kitas und drei Familienzentren in Wolfsburg, mit. 

Die Polizei geht von einer Gasexplosion als möglicher Ursache aus. Moritz Frankenberg/dpa

Die Polizei geht von einer Gasexplosion als möglicher Ursache aus. Moritz Frankenberg/dpa

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Nach Angaben des Kirchenkreises sollen die 88 Kinder, die im Kinder- und Familienzentrum Martin-Luther am Schachtweg sonst in fünf Gruppen betreut werden, nun vorübergehend auf andere Einrichtungen in der Stadt verteilt werden. Alle Eltern seien darüber informiert worden. In dieser Woche sei allerdings noch keine Betreuung möglich, hieß es. 

Kita-Team „sehr bedrückt und traurig“

Am Montagmorgen gab es eine Krisensitzung der Leitungskräfte der Kindertagesstätten, um Kinder und Personal aufzuteilen. Noch gebe es keine fertige Lösung, sagte Heidemann-Müller danach. „Alle fünf Gruppen zusammenhängend unterzubringen, wird wohl nicht möglich sein. Allerdings können wir alle 88 Kinder in unseren Einrichtungen weiter versorgen, vier der fünf Gruppen auch je als komplette Gruppe.“ Um Eltern zu entlasten, bemühe man sich, einen von Erzieherinnen begleiteten Shuttle-Service von einem zentralen Sammelpunkt aus anzubieten. 

„Ich bin sehr dankbar, dass die Eltern so verständnisvoll reagieren, auch wenn sie schockiert sind und sich Sorgen machen, wie die Kinder reagieren werden an anderen Betreuungsorten“, sagte die pädagogische Leiterin. Heidemann-Müller erklärte, dass das Geschehen auch die Kita-Beschäftigten emotional mitnehme. „Das Team des Martin-Luther-Kinder- und Familienzentrums ist sehr bedrückt und traurig, da mache ich mir Sorgen um unsere Mitarbeitenden.“ Die 15 übrigen Einrichtungen in Wolfsburg unterstützten nun, wo es gehe. 

Sollten die eigenen Kapazitäten des Kirchenkreises nicht ausreichen, will die Kirche mit der Stadt nach Lösungen suchen. Die Stadt habe unmittelbar Hilfe angeboten, sagte Superintendent Berndt weiter. „Unsere Küchenbetriebe, die in der Martin-Luther-Kita täglich 500 Essen nicht nur für die Einrichtung am Schachtweg frisch gekocht haben, werden in unseren anderen beiden Wolfsburger Küchen nun diese Arbeit mit übernehmen“, sagte er.

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