Mit königlichen Deutschen: So will Real den FC Bayern ärgern
Elisa Senß fiebert auf das Champions-League-Spiel mit Real Madrid beim FC Bayern hin. Die Fußball-Nationalspielerin steht für die hohen Ansprüche der Königlichen.
Für die Königlichen am Ball: Nationalspielerin Elisa Senß ist auch bei Real Madrid gesetzt. (Archivbild)Sebastian Christoph Gollnow/dpa
© Sebastian Christoph Gollnow/dpa
Die königliche Wucht von Real Madrid hat längst auch Elisa Senß erfasst. Es sei „etwas ganz Besonderes, für den größten Club der Welt zu spielen“, findet die Fußball-Nationalspielerin. Ein Gigant ist Real allerdings nur im Männerfußball. Bei den Frauen soll das erst noch so werden, auch mit deutscher Hilfe. Neben Senß stehen vor dem Champions-League-Spiel beim FC Bayern München am Mittwoch (18.45 Uhr, ZDF/Disney+) auch die Ex-Nationalspielerinnen Merle Frohms und Sara Däbritz im Fokus.
Dass die drei deutschen Kickerinnen in Madrid gelandet sind, unterstreicht die hohen Ambitionen der Madrileñas. So richtig gibt es sie zwar erst seit 2020, als Real den ortsansässigen Frauenclub CD Tacón eingliederte. Seither landen aber immer mehr Top-Profis in Spaniens Hauptstadt. „Obwohl die Frauenabteilung noch vergleichsweise jung ist, macht Real Madrid von Jahr zu Jahr enorme Fortschritte“, urteilte Senß, die im Sommer von Eintracht Frankfurt kam.
Klare Sache: Im Testspiel vor über einem Jahr gewannen die Münchnerinnen 4:1 gegen Real mit Torhüterin Frohms. (Archivbild)Sven Hoppe/dpa
© Sven Hoppe/dpa
Während Senß gesetzt ist, kommt Däbritz auch mal von der Bank. 2025 hatte die Ex-Münchnerin von Frankreichs Topclub Lyon den Sprung nach Madrid gewagt. Neu war zu dieser Zeit auch Frohms. Die Ex-Wolfsburgerin, wie Däbritz 31 Jahre alt, erlitt nach einem starken Start einen Riss des hinteren Kreuzbands, kämpfte sich zurück und steht wieder als Nummer 1 im Tor.
Senß: „Duell zwischen zwei europäischen Topclubs“
Auf die Partie im Sportpark Unterhaching fiebert vor allem Senß hin. „Als deutsche Nationalspielerin ist es für mich immer etwas Besonderes, in Deutschland zu spielen - gerade in der Champions League“, sagte sie. Ein „Duell zwischen zwei europäischen Topclubs“, erwartet die 29 Jahre alte Mittelfeldchefin.
Weiß gegen Rot: Sara Däbritz (l) gastiert mit Real Madrid bei den Münchnerinnen um Momoko Tanikawa. (Archivbild)Sven Hoppe/dpa
© Sven Hoppe/dpa
Auf einer Ebene mit den Münchnerinnen sieht zumindest Melanie Leupolz die Königlichen noch nicht. „Bei Real fehlen vielleicht noch ein paar Jahre an Erfahrung“, sagte die Ex-Nationalspielerin in einem Vereinsinterview des FC Bayern vor der Partie. Die 32-Jährige kennt beide Vereine von innen. Sechs Jahre spielte sie für den FCB, in der Saison 2024/2025 noch ein Jahr in Madrid bis zum Karriereende.
Ex-Nationalspielerin Leupolz sieht Bayern noch vor Real
„Real verfügt über junge Spielerinnen, die vielleicht noch nicht dieselbe Routine besitzen“, erklärte Leupolz. Dafür trete das Team mit einer „gewissen Unbeschwertheit und Spielfreude“ auf. Dafür steht etwa Felicia Schröder, gekommen von BK Häcken aus Schweden. Die 19 Jahre alte Stürmerin gilt als eines der Toptalente des Kontinents. Bei der Ballon-d’Or-Wahl wurde Schröder in der Nachwuchskategorie Fünfte.
Weitere klangvolle Namen wie Spaniens Weltmeisterin Athenea del Castillo, inzwischen Reals Rekordspielerin, oder Kolumbiens Offensivstar Linda Caicedo sorgen für spielerischen Glanz. Aus der Bundesliga zog es in diesem Sommer neben Senß auch Lineth Beerensteyn und Janou Levels (beide Wolfsburg) sowie Arianna Caruso vom FC Bayern nach Madrid.
Deutschland-Schreck: Real-Star Linda Caicedo erzielte bei der WM 2023 für Kolumbien ein Traumtor gegen die DFB-Elf.Mark Evans/AAP/dpa
© Mark Evans/AAP/dpa
Real investiere sehr viel in die Entwicklung des Frauenfußballs, sagte Senß. „Das war auch ein entscheidender Grund, warum ich mich für einen Wechsel zu diesem Club entschieden habe.“ Der Umsatz lag laut Vereinsangaben zuletzt bei 12,3 Millionen Euro, Tendenz steigend. „Enorme Fortschritte“ von Jahr zu Jahr, erkennt Senß.
Debakel gegen FC Barcelona
Weiter groß ist jedoch der Rückstand auf den ewigen Rivalen FC Barcelona. Im Clásico setzte es Anfang Oktober vor mehr als 40.000 Fans im Camp Nou ein bitteres 0:7. Barças Clàudia Pina gelang ein Viererpack, Senß, Frohms und der eingewechselten Däbritz fast nichts. „Das war natürlich nix. Das war richtig doof“, sagte Senß danach. Zumindest ein derartiges Debakel ist gegen den anderen FCB nicht zu erwarten.