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Mit Pumpen gegen das Kippen: Bergsee Ratscher wird abgestaut

Warum in diesem Jahr Großpumpen im Einsatz sind, wenn das Wasser des Stausees abgelassen wird und warum davon die Umwelt profitieren soll.

Von dpa

01.09.2026

Gut ein Dutzend Großpumpen des Technischen Hilfswerks (THW) werden in den kommenden Tagen am Bergsee Ratscher im Einsatz sein.Martin Schutt/dpa

Gut ein Dutzend Großpumpen des Technischen Hilfswerks (THW) werden in den kommenden Tagen am Bergsee Ratscher im Einsatz sein.Martin Schutt/dpa

© Martin Schutt/dpa

Mit schwerem Gerät soll die Gewässerqualität am Bergsee Ratscher bei Schleusingen gesichert werden: In den kommenden Tagen sind dafür etwa etliche Großpumpen und Ehrenamtliche des Technischen Hilfswerks (THW) im Einsatz, wie Johannes Krey vom THW-Ortsverband Apolda und Anne Barthel, Sprecherin der Thüringer Fernwasserversorgung, sagten.

Der im Landkreis Hildburghausen gelegene Bergsee Ratscher wird touristisch genutzt. Bei dem Gewässer handelt es sich aber eigentlich um ein Hochwasserrückhaltebecken. Aktuell befinden sich etwa vier Millionen Kubikmeter Wasser in dem Stausee, wie Barthel erklärte. Damit im Winter Platz genug ist, um Schmelz- und Regenwasser aufzunehmen und so die umliegende Gegend vor Überschwemmungen zu schützen, werde das Niveau jährlich herabgesenkt. Danach seien noch etwa 400.000 Kubikmeter Wasser enthalten. 

Damit aktuelle Bauarbeiten am Damm zum Herbst abgeschlossen werden können, müsse das Wasser in diesem Jahr einen Monat früher als sonst abgelassen werden, so Barthel. Dazu kommt eine Begebenheit, die den Einsatz des THW erfordere: „Dieses Jahr ist wirklich eine Besonderheit: Wir hatten lange sehr hohe Temperaturen und wenig Zuflüsse in den Sommermonaten“, fasste Barthel zusammen.

Problem: Kaum Sauerstoff im Wasser am Grund des Sees

Mit Starkregen sei zudem „biologische Fracht“ etwa aus Überläufen von Kläranlagen in das Gewässer eingebracht worden. „Das führte etwa dazu, dass die unteren Wasserschichten wenig bis gar keinen Sauerstoff haben.“ Wenn nun also dieses sauerstoffarme Wasser am Grund zuerst abfließt, werde mit den Pumpen sauerstoffreiches Wasser von der Oberfläche zum Ausgleich hinzugegeben.

Laut THW-Sprecher Krey könnte das Gewässer ohne den Einsatz möglicherweise umkippen, Fische und andere Lebewesen könnten sterben, oder Schaden nehmen.

Mit regelmäßigen Wasserproben soll kontrolliert werden, ob die Durchmischung den gewünschten Erfolg bringt, das Abstauen so umweltverträglich wie möglichst zu gestalten.

Auf schwimmenden Pontons können die Pumpen an unterschiedlichen Stellen des Sees zum Einsatz kommen. Martin Schutt/dpa

Auf schwimmenden Pontons können die Pumpen an unterschiedlichen Stellen des Sees zum Einsatz kommen. Martin Schutt/dpa

© Martin Schutt/dpa

Mehrere Tage wird der Einsatz des Technischen Hilfswerks wohl dauern. Martin Schutt/dpa

Mehrere Tage wird der Einsatz des Technischen Hilfswerks wohl dauern. Martin Schutt/dpa

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