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Ministerium legt Entwurf für Hochschul-Zukunft vor

Absehbar weniger Studis und klamme Kassen: Die Hochschulen stehen vor Herausforderungen. Nun gibt es einen Entwurf, wie sie diesem trotzen sollen – auch wenn die Mittel nicht so steigen wie bisher.

Von dpa

27.06.2026

Geht es nach dem Wissenschaftsministerium, soll der Entwurf im Herbst Thema im Landtag werden. (Archivbild)Martin Schutt/dpa

Geht es nach dem Wissenschaftsministerium, soll der Entwurf im Herbst Thema im Landtag werden. (Archivbild)Martin Schutt/dpa

© Martin Schutt/dpa

Thüringens Hochschulen sollen mit Blick auf die angespannte Haushaltslage deutlich stärker zusammenarbeiten. Das sieht ein Entwurf einer Rahmenvereinbarung des Wissenschaftsministeriums vor. Hochschulen sollen demnach schrittweise enger kooperieren, etwa indem sie IT-Services bündeln, Synergien bei der Forschungsinfrastruktur oder Beschaffungs- und Forschungsverbünde schaffen. 

Der Entwurf sieht zudem vor, die Finanzierung der auf einen Zeitraum von acht Jahren angelegten Vereinbarung für die zehn staatlichen Hochschulen im Land bereits für fünf Jahre festzuzurren. Demnach sollen die Gelder dafür von rund fünf Millionen ab 2027 auf bis zu neun Millionen Euro im Jahr 2031 steigen. Auf Grundlage der Vereinbarung sollen anschließend mit jeder Hochschule Ziel- und Leistungsvereinbarungen ausgehandelt werden.

Mehr Geld, aber Steigerung fällt kleiner aus als bisher

Ebenfalls im Entwurf enthalten sind Steigerungsraten für Landesmittel für die Hochschulen insgesamt. Demnach sollen die Summen auch hier jährlich steigen – aber längst nicht in dem Umfang wie bisher. Vorgesehen sind demnach zwischen 1,24 und 1,75 Prozent Steigerung gegenüber dem jeweiligen Vorjahr. In einer Verlängerung der bisherigen Vereinbarung war Ende 2025 dagegen noch einmal eine Steigerung um 3,5 Prozent auf rund 600 Millionen Euro festgelegt worden. 

Überraschend sind diese Überlegungen aus dem Ministerium von Bildungsminister Christian Tischner (CDU) nicht: Seit Monaten wird über die Zukunft der Thüringer Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften diskutiert. Diese stehen etwa angesichts des demografischen Wandels vor Herausforderungen. So werden in den kommenden Jahren stark steigende Pensionskosten bei einem gleichzeitigen Bevölkerungsrückgang erwartet. Letzterer könnte wiederum dazu führen, dass sich weniger Studierende einschreiben.

Entwurf nach Sommerpause ins Kabinett

Auch der Vorsitzende der Landespräsidentenkonferenz, Kai-Uwe Sattler, hatte in der Vergangenheit bereits erklärt, dass Thüringen mit einer relativ geringen Anzahl an Studierenden bei zehn Hochschulen Strukturen entwickelt, die man sich kritisch anschauen müsse. Es gehe dabei auch darum, „mit weniger Geld die Leistungsfähigkeit zu erhalten“. 

Die Bildungsgewerkschaft GEW und die oppositionelle Linke hatten dagegen bereits Kritik an dem Vorhaben geäußert, die Steigerungsraten für die Landesmittel zurückzuschrauben.

Unmittelbar nach der Sommerpause soll sich laut Ministerium das Kabinett mit dem Entwurf befassen. Danach muss der Landtag noch zustimmen. Eine erste Lesung im Parlament sei im September angepeilt.

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