Mehr als 600 Menschen in MV ließen Geschlechtseintrag ändern
Seit zwei Jahren kann der Geschlechtseintrag in den Papieren unkompliziert geändert werden. Hunderte in MV haben es bisher genutzt. Der Ansturm lässt aber nach.
In Mecklenburg-Vorpommern haben in den letzten zwei Jahren mehr als 600 Menschen ihren Geschlechtseintrag bei den Behörden ändern lassen. (Symbolbild)Hannes P Albert/dpa
© Hannes P Albert/dpa
Seit zwei Jahren können Menschen in Deutschland ihren Geschlechtseintrag unkompliziert ändern lassen - mehr als 600 haben davon bislang in Mecklenburg-Vorpommern Gebrauch gemacht. Allein im vergangenen Jahr ließen 106 Menschen im Nordosten ihren Geschlechtseintrag von männlich auf weiblich ändern und 193 von weiblich auf männlich. Weitere 93 Personen und ihre Änderungen wurden vom Statistischen Bundesamt unter „Sonstige“ erfasst.
Am 1. November 2024 war das Selbstbestimmungsgesetz in Deutschland in Kraft getreten. Seither ist die Änderung des Geschlechtseintrags viel einfacher als zuvor - eine Erklärung beim Standesamt reicht. Der Ansturm auf die Standesämter war groß: In den letzten beiden Monaten jenes Jahres wurden im Nordosten 227 Geschlechtseinträge geändert.
Zahlen gehen zurück
Nach dem Hoch kurz nach Einführung des Gesetzes nehmen die Zahlen inzwischen ab, wie ein Sprecher der Stadt Rostock berichtete. In den letzten beiden Monaten des Jahres 2024 nutzten in Rostock 109 Menschen die Möglichkeit, ihr Geschlecht in den behördlichen Unterlagen zu ändern. Im ganzen Jahr 2025 waren es dem Sprecher zufolge 72 und im bisherigen Verlauf des Jahres 2026 waren es 56. „Zu Beginn der Einführung des Gesetzes war der Ansturm hoch, nun relativiert es sich etwas“, sagte der Sprecher.
Auch in Greifswald sind die Zahlen rückläufig. Im Jahr 2024 wurden einer Sprecherin zufolge 37 Änderungen von Geschlechtseinträgen vorgenommen, im Jahr darauf 49 und in diesem Jahr bisher 27.
Die Möglichkeit, ihren Geschlechtseintrag und die Vornamen zu ändern, haben bundesweit seit der Einführung des Gesetzes mehr als 30.000 Menschen in Anspruch genommen. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Demnach sinken auch bundesweit die Zahlen in diesem Jahr: In den letzten beiden Monaten 2024 wurden 10.589 Änderungen gemeldet, im gesamten Jahr darauf 15.688. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres waren es demnach nur noch 4.620.