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Mehr Unterstützung für Schüler mit Rechenschwäche

Sachsen plant mehr Förderung für Kinder mit Rechenschwäche. Ein Stufenmodell soll noch in diesem Jahr starten und gezielte Hilfen ermöglichen.

Von dpa

16.01.2026

Schätzungen zufolge hat pro Klasse ein Schüler eine Rechenschwäche. (Symbolbild)Frank Leonhardt/dpa

Schätzungen zufolge hat pro Klasse ein Schüler eine Rechenschwäche. (Symbolbild)Frank Leonhardt/dpa

© Frank Leonhardt/dpa

Schüler mit einer Rechenschwäche sollen in Sachsen künftig mehr Unterstützung bekommen. Aktuell werde eine Anerkennung als Teilleistungsschwäche geprüft, teilte das Kultusministerium mit. Im Rahmen des Nachteilsausgleich könnten betroffene Kinder und Jugendliche dann zum Beispiel mehr Zeit für Aufgaben, zusätzliche Hilfsmittel und eine gezielte Förderung bekommen. 

„Wir hoffen auf eine breite Mehrheit im Landtag und werden das dann zügig umsetzen“, unterstreicht Kultusminister Conrad Clemens (CDU). Er freue sich über den offenen parteiübergreifenden Diskurs. „Uns alle verbindet das Ziel, betroffene Schülerinnen und Schüler zielgerichteter zu unterstützen.“

Schrittweise Einführung geplant

Vorgesehen ist ein Stufenmodell für die Umsetzung. Demnach soll in einem ersten Schritt Kindern der Klassenstufe 1 bis 3 im Schuljahr 2026/27 und ab dem darauffolgenden Schuljahr 2027/28 betroffenen Schülerinnen und Schülern ab Klassenstufe 4 ein Nachteilsausgleich gewährt werden. Eine schrittweise Umsetzung ist laut Ministerium notwendig, um die Lehrkräfte zu schulen.

Dyskalkulie ist von der Weltgesundheitsorganisation als schulische Entwicklungsstörung anerkannt. Betroffene haben ausgeprägte Schwierigkeiten beim Erlernen des Rechnens. Sie haben beispielsweise ein Problem mit Mengenangaben und mit Rechenoperationen. Schätzungen zufolge ist in jeder Klasse mindestens ein Schüler betroffen. Anders als die Lese-Rechtschreib-Schwäche ist Dyskalkulie in Sachsen bisher nicht als Teilleistungsschwäche anerkannt.