Mehr Drohnenflüge - Delegation war in Kiew
Vertreter der Polizeiabteilung des Innenministeriums von Rheinland-Pfalz sind in die ukrainische Hauptstadt gereist. Klar ist: Die Drohnenabwehr hierzulande muss weiter technisch aufgerüstet werden.
Im Frühjahr präsentierte die rheinland-pfälzische Polizei auf dem Flugplatz Mainz-Finthen ihre Kapazitäten bei der Abwehr von Drohnen. (Archivfoto)Andreas Arnold/dpa
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Angesichts einer zunehmenden Zahl an Drohnenflügen auch über Rheinland-Pfalz haben sich Experten aus dem Innenministerium des Landes in Kiew über das Thema informiert. Bei der Reise einer Delegation der Polizeiabteilung des Ministeriums in die ukrainische Hauptstadt im Juli sei es um das Gefahrenpotenzial von Drohnen gegangen sowie damit einhergehende Herausforderungen für Sicherheitsbehörden, berichtete Innenminister Achim Schwickert (CDU) im Innenausschuss des Landtages in Mainz.
In Deutschland habe es spätestens seit 2023 und verstärkt seit dem Winter 2024/2025 eine deutliche Zunahme illegaler Drohnenflüge gegeben, sagte der Minister. Auch wenn es bei einer Vielzahl der Sichtungen um kommerzielle Drohnen gehe, stehe fest, dass Drohnen vermehrt auch als Mittel hybrider Kriegsführung eingesetzt würden. In Rheinland-Pfalz seien vor allem der Chemieriese BASF in Ludwigshafen, die US Airbase in Ramstein und Liegenschaften der Bundeswehr davon betroffen.
Polizei wehrte bisher 14 illegal fliegende Drohnen ab
Die Polizei des Landes hat nach Ministeriumsangaben bisher 14 illegal fliegende Drohnen abgewehrt. Die Drohnen seien nicht abgeschossen, sondern technisch übernommen und zur Landung gebracht worden. In Einzelfällen seien die Personen festgestellt worden, die die Drohnen gesteuert hätten. In allen 14 Fällen habe es sich um kommerzielle Drohnen gehandelt. Zu einer Detektion und Bekämpfung militärischer Drohnen sei man derzeit noch nicht in der Lage.
Die Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Aline Raber, appellierte, es müssten die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass die Polizei ihre Aufgaben verlässlich erfüllen könne. „Drohnenabwehr braucht eine auskömmliche und dauerhafte Finanzierung, moderne Technik und vor allem ausreichend spezialisiertes Personal.“ Gerade mit Blick auf den kommenden Doppelhaushalt dürfe der Aufbau neuer Fähigkeiten nicht zulasten der ohnehin stark beanspruchten Personaldecke gehen.
Die Ukraine wehrt sich seit viereinhalb Jahren mit westlicher Militärhilfe gegen Russlands zerstörerischen Angriffskrieg. Bei ihren gegenseitigen Attacken setzen die Streitkräfte beider Länder riesige Mengen an Drohnen ein.