Lichter-Show für Olympia: Hamburgs Senat wirbt um Zustimmung
Drei Monate vor der Befragung der Bevölkerung intensiviert Hamburgs Senat seine Olympia-Kampagne. Doch das Spektakel zum Start an der Elbphilharmonie täuscht nicht darüber hinweg: Es gibt Widerstand.
Bunter Start der Hamburger Olympia-Kampagne des Senats.Christian Charisius/dpa
© Christian Charisius/dpa
Olympia über der Elbe: Mit einer Lichter-Show vor der Elbphilharmonie hat der Hamburger Senat seine Kampagne zum Referendum über eine Bewerbung der Hansestadt für die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 gestartet. Mit dem Motto „Eine Chance für alle“ möchte der Senat bei den Bürgern für eine Zustimmung bei der Befragung am 31. Mai werben.
„Wir wollen nicht nur Begeisterung wecken, wir wollen auch die Vernunft ansprechen“, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher, der pünktlich zum Kampagnen-Auftakt um 18.30 Uhr eine Schiffsglocke auf der Aufsichtsplattform der Plaza der Elbphilharmonie läutete.
Der SPD-Politiker bezeichnete Olympische und Paralympische Spiele in Hamburg erneut als Riesenchance und einen Schub in der Entwicklung der Stadt. „Wir haben also ein optimales Konzept, und wir haben Flair, eine Stadtgesellschaft, ein Image, eine Geschichte, die 100 Prozent passt.“
Gegner einer Bewerbung warnen indes unter anderem vor zu hohen Ausgaben für die Stadt, einem Anstieg der Mieten und Umweltbelastungen.
Hamburg im Rennen mit drei Konkurrenten um deutsche Kandidatur
Hamburg konkurriert mit Berlin, Nordrhein-Westfalen und München um die deutsche Kandidatur. „Ich sage in aller hanseatischer Bescheidenheit, Hamburg ist der beste Ort, um die olympische Idee im 21. Jahrhundert aufleben zu lassen“, sagte Tschentscher selbstbewusst.
Die Bürger und Bürgerinnen Münchens - 1972 bislang einziger deutscher Austragungsort Olympischer Spiele nach dem Zweiten Weltkrieg - haben bereits in einem Referendum mit großer Mehrheit für eine Bewerbung gestimmt, NRW will die Bevölkerung am 19. April befragen.
Berlin plant kein Referendum und sieht sich Umfragen zufolge mit einer großen Mehrheit gegen das Sportgroßereignis konfrontiert. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will im September entscheiden, mit welchem Kandidaten er ins internationale Rennen geht.
Umfrage: Knappe Mehrheit für Hamburger Olympia-Bewerbung
Bei einer Anfang Februar veröffentlichten Umfrage des Hamburger Wahlforschungs-Instituts Trend Research im Auftrag von Radio Hamburg hatten sich 50 Prozent der Befragten für eine Ausrichtung von Olympischen Spielen in der norddeutschen Metropole ausgesprochen.
41 Prozent lehnten eine Bewerbung ab, neun Prozent waren noch unentschlossen. Für die repräsentative Umfrage waren 820 Hamburgerinnen und Hamburger ab 16 Jahren zwischen dem 15. und 21. Januar befragt worden. Die Briefwahlunterlagen für das Hamburger Referendum werden am 24. April verschickt.
Teilerfolg für Olympia-Gegner
Im November 2015 war Hamburg mit seiner Olympia-Bewerbung 2024 am Nein seiner Bürger und Bürgerinnen gescheitert. Den Gegnern der aktuellen Bewerbung gelang in der vergangenen Woche einen Teilerfolg. Die Initiative „NOlympia“ überreichte insgesamt 19.423 Unterschriften an den Landeswahlleiter.
Die Initiative möchte, dass den Wahlunterlagen für das Bewerbungsreferendum am 31. Mai eine kritische Stellungnahme zur Olympia-Bewerbung beigefügt wird. Für die Aufnahme der Stellungnahme in die Wahlunterlagen sind 10.000 Unterschriften erforderlich.