Kommission schlägt mehr Treffpunkte für junge Menschen vor
Wie kann Mecklenburg-Vorpommern für Kinder und Jugendliche lebenswerter werden? Ein Gutachterteam macht Vorschläge. Im Fokus stehen unter anderem soziale Treffpunkte auf dem Land.
Die Gutachter kommen zu dem Ergebnis, dass vor allem junge Menschen über 18 Jahre aus MV wegziehen. (Symbolbild)Helena Dolderer/dpa
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Mecklenburg-Vorpommern will für Kinder und Jugendliche attraktiver werden. Die vom Landtag eingesetzte Kommission „Jung sein in Mecklenburg-Vorpommern“ hat dazu ihr fünftes Gutachten für eine kinder- und jugendgerechte Infrastruktur vorgestellt. Darin untersucht das Autorenteam die Lage und gibt politische Handlungsempfehlungen.
Die Vorschläge der Kommission reichen von Investitionen in kinder- und jugendgerechte Treffpunkte und soziale Angebote bis zum Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, vor allem im ländlichen Raum, wie es in der vorläufigen Fassung des Gutachtens heißt.
Das Autorenteam sieht ein „massives Abwanderungsproblem“ insbesondere der über 18-Jährigen, wie aus einer Mitteilung des Landtags hervorging. Grund seien unter anderem wenig Zukunftschancen.
Mehr soziale Treffpunkte für Jugendliche
Das Gutachten schlägt unter anderem die Schaffung „Dritter Orte“ vor. Dabei gehe es um Plätze außerhalb der Wohnung und des Ausbildungs- oder Arbeitsplatzes, in denen sich Kinder und Jugendliche ausprobieren, engagieren und mitgestalten können. Das stärke die Gemeinschaft, Bildung und kulturelle Teilhabe.
Die Kommission rät, den öffentlichen Nahverkehr gerade in ländlichen Regionen auszubauen. Unpassende Fahrpläne in den Rand- und Ferienzeiten, weite Wege sowie fehlende oder schlecht beleuchtete Radwege erschwerten die Anbindung. Sie empfiehlt auch vergünstigte Fahrkarten, ähnlich wie bei Seniorentickets.
Für Ausbildung, Studium und Arbeitsleben sei zudem ein leistungsfähiges und gut ausgebautes Internet- und Mobilfunknetz nötig.
Abschlussbericht soll kommen
Das Gutachten ist das vorerst letzte der Kommission. Die kinder- und jugendgerechte Infrastruktur ist eines von fünf Themen, zu dem sich das Autorenteam in den vergangenen Jahren mit Fachleuten und Jugendlichen ausgetauscht hat. „Nun kommt es darauf an, die Erkenntnisse in die Form eines Abschlussberichtes zu gießen“, sagte der Kommissionsvorsitzende Christian Winter (SPD) laut einer Mitteilung des Landtags.
Der Landtag hatte die 25-köpfige Kommission im Januar 2022 eingesetzt, damit sie Handlungsempfehlungen für die Landespolitik erarbeitet. Damit sollen strukturelle Defizite beseitigt und Perspektiven für junge Menschen in MV geschaffen werden.