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Köhlbrandbrücke - CDU fordert Beschleunigung des Neubaus

Die Köhlbrandbrücke wird Ende April auf Dauer für Schwertransporte über 44 Tonnen gesperrt. Das soll das marode Bauwerk schonen. Der Senat schließt weitere Maßnahmen nicht aus.

Von dpa

09.04.2026

Die Brücke darf ab 1. Mai 2026 nicht mehr von Schwertransportern über 44 Tonnen befahren werden. (Archivbild)Markus Scholz/dpa

Die Brücke darf ab 1. Mai 2026 nicht mehr von Schwertransportern über 44 Tonnen befahren werden. (Archivbild)Markus Scholz/dpa

© Markus Scholz/dpa

Angesichts der bevorstehenden Sperrung der Köhlbrandbrücke für Schwertransporte über 44 Tonnen fordert die CDU ein Beschleunigungsprogramm für den geplanten Neubau. Die Oppositionsfraktion will vom Senat wissen, welche weiteren Einschränkungen für den Verkehr derzeit geprüft werden. 

Ab 1. Mai dürfen keine genehmigungspflichtigen Schwertransporte mit einem Gewicht von über 44 Tonnen über die Köhlbrandbrücke fahren. Die Belastung der 1974 eröffneten Brücke müsse verringert werden, hatte die Wirtschaftsbehörde Ende März mitgeteilt. Ziel sei es, bis zur Inbetriebnahme einer neuen Brücke den Weiterbetrieb für den Güterverkehr aufrechtzuerhalten. Einschränkungen für Autos und Lastwagen mit einem Gewicht unter 44 Tonnen ergäben sich daraus nicht.

Die für den Hafen wichtige Brücke wird täglich von rund 32.000 Fahrzeugen genutzt, darunter circa 11.000 Lastwagen. Seit 2012 gilt ein Überholverbot für Lastwagen, Anfang 2019 ordnete die Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA) zudem ein Abstandsgebot für Lkw von 50 Metern an. 

Bedenkliche Zunahme von Schäden

Die jüngsten Bauwerksprüfungen haben nach Angaben des Senats gezeigt, dass sich verstärkt Risse an Schweißnähten und im Beton bilden. Im Laufe des Jahres sollen weitere Untersuchungen gemacht werden. Es sei eine ingenieurtechnische Gesamtbeurteilung geplant, um daraus gegebenenfalls „weitere Kompensationsmaßnahmen“ abzuleiten, erklärte der Senat auf eine Kleine Anfrage der CDU-Fraktion. Um welche Maßnahmen es sich dabei handeln könnte, blieb unklar. 

Ein einziger Schwerlasttransport kann nach Angaben der Wirtschaftsbehörde eine mehr als tausendfache Schädigung eines normalen Lastwagens verursachen. Auf die Frage, warum Schwertransporter die Brücke noch bis Ende des Monats nutzen dürfen, antwortete der Senat: Das sei technisch vertretbar und gebe den Speditionen Zeit, sich auf die neue Situation einzustellen. Die genehmigungspflichtigen Transporte machten deutlich weniger als ein Prozent des täglichen Verkehrsaufkommens aus.

CDU: Große Unsicherheit bei Hafenunternehmen

„Die Situation an der Köhlbrandbrücke spitzt sich zu“, sagte CDU-Fraktionschef Dennis Thering. Die neuen Schäden, die Sperrung für schwere Transporte und die Frage, ob die Brücke ihre Restnutzungsdauer überhaupt erreiche, sorgten bei vielen Hafenunternehmen für große Unsicherheit. Nach Angaben des Senats soll der rund 20 Meter höhere Ersatzneubau Ende der 2030er Jahre in Betrieb genommen werden. 

Die hafenpolitische Sprecherin der CDU, Antonia Goldner, kritisierte das Fehlen von Daten zur Verkehrsbelastung. Der Senat könne nicht sagen, wie viele Schwertransporte bislang über die Brücke fahren. Auch zur Zahl der normalen Lastwagen und Autos lägen keine Zahlen vor. „In der Brücke sind über 500 Sensoren verbaut - wie kann es sein, dass zum 1. Mai 2026 eine Gewichtsgrenze erlassen wird, ohne eine handfeste Datengrundlage zu haben?“, fragte die CDU-Abgeordnete. 

Zunächst hatte NDR 90,3 über den Antrag der CDU-Bürgerschaftsfraktion berichtet.

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