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Missbrauchsverdacht in Kita erschüttert hessische Gemeinde

Ein Erzieher soll sechs Jungen während seiner Arbeit in einer Kita missbraucht haben. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln, Eltern und Kollegen sind bestürzt.

Von dpa

27.02.2026

Ein Kita-Erzieher, der während seiner Arbeit sechs Jungen im Alter von etwa vier Jahren missbraucht und kinderpornographische Inhalte hergestellt haben soll, ist in Untersuchungshaft genommen worden. (Foto Archiv) Nadine Weigel/dpa/dpa

Ein Kita-Erzieher, der während seiner Arbeit sechs Jungen im Alter von etwa vier Jahren missbraucht und kinderpornographische Inhalte hergestellt haben soll, ist in Untersuchungshaft genommen worden. (Foto Archiv) Nadine Weigel/dpa/dpa

© Nadine Weigel/dpa/dpa

Ein Kita-Erzieher soll während seiner Arbeit sechs kleine Jungen missbraucht haben - diese Nachricht hat im hessischen Grebenhain Eltern, Kollegen des Mannes und auch Vertreter der Gemeinde schockiert. Der 34-jährige Mann ist wegen Verdachts des sexuellen Missbrauchs von schutzbefohlenen Kindern in sechs Fällen in Untersuchungshaft genommen worden, wie die Polizei und Staatsanwaltschaft Gießen mitteilten. Zudem soll der Erzieher kinderpornographische Inhalte hergestellt haben. 

Ermittler schließen mögliche weitere Übergriffe nicht aus  

Derzeit gehe man von „mindestens“ sechs Jungen aus, die zum Tatzeitpunkt etwa vier Jahre alt gewesen seien, sagte Oberstaatsanwalt und Sprecher der Gießener Staatsanwaltschaft, Thomas Hauburger, der Deutschen Presse-Agentur. „Die Identität dieser Personen müssen wir im Lauf der Ermittlungen noch weiter aufklären, und wir müssen auch schauen, ob es weitere Fälle gibt.“ Bei seiner Vorführung beim Ermittlungsrichter habe sich der Mann zu den Vorwürfen nicht geäußert. Er sei bereits in einer hessischen Justizvollzugsanstalt.

Bereits am Donnerstagabend seien die Eltern der betroffenen Kita informiert worden, sagte der Grebenhainer Bürgermeister Simon Seibert (parteilos) der Deutschen Presse-Agentur. Sowohl sie als auch die Kollegen des Erziehers hätten sich schockiert gezeigt. „Alle sind Opfer“, sagte Seibert. Die dem Erzieher vorgeworfenen mutmaßlichen Taten seien völlig unerwartet „wie ein Schwarzer Schwan“ gekommen - niemand habe sie kommen sehen, so Simon. Der Betrieb der Kita soll nach den Worten von Seibert weiterlaufen, während die Polizei ihre Ermittlungen im Hintergrund fortsetze. Die Kinder zu schützen, sei jetzt „oberstes Gebot“. In die Betreuung der Betroffenen seien als Opferschutz-Einrichtungen die Fuldaer Hilfe sowie die Vogelsberger Lebensräume eingebunden worden, an die sich Menschen anonym wenden könnten, so der Bürgermeister.

Ermittlungen im Darknet gingen Festnahme voraus 

Auf die Spur des Mannes waren Polizei und Staatsanwaltschaft durch Ermittlungen auf einschlägigen Portalen im Darknet gekommen. Zunächst sei gegen ihn wegen des Verdachts auf Besitz kinderpornographischer Inhalte ermittelt worden. Bei einer Durchsuchung seien dann zahlreiche Datenträger und weitere Beweismittel wie Bild- und Videomaterial bei dem 34-Jährigen sichergestellt worden. Bei einer Sichtung habe man gemerkt, „dass es hier auch um realen Missbrauch geht“, sagte Hauburger. Deshalb sei der Mann am Tag darauf dem Ermittlungsrichter vorgeführt worden, der Haftbefehl gegen den Mann erließ. 

Die sehr umfangreichen Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft und vor allem die Auswertung der sichergestellten Datenträger - darunter Handys und Festplatten - sowie Zeugenvernehmungen dauern an. Aus ermittlungstaktischen Gründen und zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der Beteiligten könnten derzeit keine weiteren Auskünfte erteilt werden, erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft. Die Polizei stehe im Austausch mit den Betroffenen und stelle in Zusammenarbeit mit den zuständigen Fachstellen eine umfassende Betreuung und Unterstützung sicher.

Polizei in engem Austausch mit Betroffenen und Kommune

Neben dem Austausch mit den betroffenen Einrichtungen sowie deren Trägern und kommunalen Stellen biete man auch Betroffenen und deren Angehörigen eine enge Begleitung, hieß es vom Polizeipräsidium Osthessen auf Anfrage. „Ziel ist es, eine bestmögliche Unterstützung und Stabilisierung der Betroffenen sicherzustellen.“ Dazu vermittele man auch frühzeitig den Kontakt zu spezialisierten Fachberatungsstellen, die für die Betreuung von Betroffenen ausgebildet seien. Zudem unterstütze die Polizei beim Kontakt zu Versorgungsämtern, einem Trauma-Netzwerk und weiteren Unterstützungseinrichtungen sowie Institutionen.

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