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Kein Platz im Frauenhaus - Initiative gedenkt Gewaltopfer

Mit symbolisch aufgestellten roten Schuhen gedenkt eine Berliner Initiative Opfern von Gewalt - immer wenn wieder eine Frau getötet wurde. Sie weisen auch auf den Mangel an Frauenhausplätzen hin.

Von dpa

05.08.2026

Rote Schuhe in Gedenken an getötete Frauen sind mittlerweile ein etabliertes Symbol (Archivbild). Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Rote Schuhe in Gedenken an getötete Frauen sind mittlerweile ein etabliertes Symbol (Archivbild). Sebastian Christoph Gollnow/dpa

© Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Viel zu wenige Plätze, viel zu wenige Stellen - Mitarbeitende von Anti-Gewalt-Projekten demonstrieren am Mittag (12.00 Uhr) vor dem Rathaus Schöneberg. Sie wollen einer getöteten und einer verletzten Frau gedenken und gegen Missstände in Frauenhäusern und Beratungsstellen protestieren, wie die Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen (BIG e. V.) mitteilte. „Patriarchale Gewalt ist ein gesellschaftliches Problem und es braucht eine starke solidarische Antwort der Zivilgesellschaft und besonders der Landschaft sozialer Institutionen“, schreibt die Organisation. 

451 Schutzplätze fehlen

Täglich müsse 10 bis 15 Frauen und ihren Kindern in Berlin mitgeteilt werden, dass es keinen freien Platz in einem Frauenhaus gibt, heißt es vom Verein BIG, der eine Hotline gegen häusliche Gewalt anbietet. Nach den Vorgaben der Istanbul-Konvention fehlten in Berlin 451 Schutzplätze für von Gewalt betroffene Frauen. Auf diese Zustände machen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Berliner Anti-Gewalt-Projekten seit Jahren aufmerksam. 

Auch vor dem Rathaus Schöneberg werden rote Schuhe aufgestellt, ein etabliertes Symbol in Gedenken an die getöteten Frauen. Die Aktion „Rote Schuhe“ komme bei jedem Femizid zusammen, um gemeinsam der getöteten Frauen zu gedenken, ein Zeichen gegen patriarchale Gewalt zu setzen und ihren politischen Forderungen Ausdruck zu verleihen. 

Sie fordern unter anderem den bundesweiten Ausbau von Frauenhausplätzen, bezahlbaren Wohnungsbau, therapeutische Angebote für Betroffene. Außerdem sollen Polizei, Richterinnen und Richter sowie Jugendämter verpflichtend zu häuslicher Gewalt fortgebildet werden, die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Justiz und Frauenhäusern zum Schutz hochgefährdeter Frauen und Kinder verbessert und durch Bildungsarbeit an Schulen präventiv gearbeitet werden. 

„Sorge um Frauen nicht mehr zumutbar“

Die Zustände im Arbeitsfeld seien nicht mehr tragbar, heißt es von den Organisatorinnen. „Es gibt viel zu wenig Stellen, um den hohen Bedarf an Unterstützung zu decken; die Sorge um die vielen Frauen, die keinen Schutzplatz finden, ist nicht mehr zumutbar.“ Deswegen werde zumindest während des Gedenkens an die Verstorbene die Arbeit niedergelegt.

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