dpa

Kammer will „Kraftakt für Klimaanpassung in der Pflege“

In einem Seniorenheim kollabieren Bewohner wegen der Hitze. Die Landespflegekammer fordert Konsequenzen.

Von dpa

30.06.2026

Hohe Temperaturen sind für alte Menschen besonders belastend. (Symbolbild)Christoph Reichwein/dpa

Hohe Temperaturen sind für alte Menschen besonders belastend. (Symbolbild)Christoph Reichwein/dpa

© Christoph Reichwein/dpa

Die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz fordert nach den extremen Hitzetagen mehr Anstrengungen, um alte Menschen zu schützen. In einem Seniorenheim im Donnersbergkreis mussten nach Darstellung der Kammer am Samstag rund 15 Bewohner versorgt werden, nachdem mehrere von ihnen infolge der Hitze kollabiert waren. Feuerwehr, Rettungsdienst und Notärzte seien ausgerückt, das Dachgeschoss sei geräumt worden. 

Solche Einsätze seien „ein Alarmsignal“, erklärte Kammerpräsident Markus Mai. „Hitzeperioden dieser Intensität sind keine Ausnahme mehr - die nächste Hitzewelle kommt bestimmt.“ Für ältere, vorerkrankte und immobile Menschen könne Hitze lebensbedrohlich werden. „Sie zuverlässig zu schützen, ist eine pflegerische, vor allem aber eine politische und gesellschaftliche Aufgabe.“

So wie nach Hochwasserkatastrophen in Hochwasserschutz investiert werde, müsse auch die Infrastruktur flächendeckend an die zunehmende Hitze angepasst werden - auch in Pflegeheimen. „Wir brauchen jetzt einen politischen Kraftakt für die Klimaanpassung in der Pflege - nicht erst nach dem nächsten Großeinsatz“, fordert Mai. 

Als erste Konsequenz hat die Landespflegekammer ein eigenes Notfallmeldesystem eingerichtet. Pflegefachpersonen können über diesen direkten Draht akute Notlagen in ihren Einrichtungen unkompliziert und vertraulich der Kammer melden. Diese will dann versuchten, Unterstützung zu organisieren.

Karte