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Kaderumbau & Krawalle: Hertha-Themen mit Zündstoff-Potenzial

Neue Regeln bei der Aufsichtsratswahl, Stadionverbote nach Ausschreitungen und Wechsel-Gerüchte um Spieler: Was auf der Mitgliederversammlung von Fußball-Zweitligist Hertha BSC wichtig werden könnte.

Von dpa

24.04.2026

Einige Themen könnten auf Herthas Mitgliederversammlung für Zündstoff sorgen. (Archivbild)Soeren Stache/dpa

Einige Themen könnten auf Herthas Mitgliederversammlung für Zündstoff sorgen. (Archivbild)Soeren Stache/dpa

© Soeren Stache/dpa

Hertha BSC lädt am Sonntag einmal mehr zur Mitgliederversammlung. Die Veranstaltung im CityCube der Messe Berlin steht im Zeichen der Aufsichtsratswahlen, die nach einer Satzungsänderung anders durchgeführt werden als in der Vergangenheit. Weitere Themen bergen Zündstoff: das verfehlte Saisonziel, die Ausschreitungen in Dresden und ein viel beachtetes Interview von Geschäftsführer Peter Görlich.

Wahl des Aufsichtsrats

Amtsinhaber Torsten-Jörn Klein sowie seine zwei Herausforderer Andreas Kurth und Tim Kauermann kämpfen um den Vorsitz. Nach einer Satzungsänderung im Vorjahr dürfen erstmals die Mitglieder entscheiden, wer das Gremium anführt. Bislang lag diese Entscheidung beim Aufsichtsrat selbst. „Ich würde nicht für den Vorsitz antreten, wenn ich die Arbeit als ausreichend empfunden hätte“, sagte Kauermann dem „Kicker“ und kritisierte eine Fehlentwicklung im Verein. Zudem werden die Wahlen, welche ausschließlich vor Ort stattfinden, erstmals mit Hilfe eines digitalen Abstimmungstools durchgeführt.

Krawalle in Dresden

Knapp drei Wochen nach den Krawallen beim Spiel von Dynamo Dresden ist die Aufarbeitung noch im Gange. Am 4. April kletterten Fans beider Lager über Zäune und griffen sich im Innenraum mit Pyrotechnik an, bevor die Polizei eingriff und die Gruppen trennte. Görlich stellte Stadionverbote und Vereinsausschlüsse für Berliner Anhänger in Aussicht. Ob es eine Spaltung zwischen organisierter Fanszene und übrigen Hertha-Fans gibt, bleibt offen – dürfte aber auf der Mitgliederversammlung zur Sprache kommen.

Sportliche Entwicklung

Görlichs Interview in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ hatte für Aufsehen gesorgt - an einigen Stellen aber nur vage angedeutet, was auf den Fußball-Zweitligisten zukommen könnte. Auf seiner zweiten Mitgliederversammlung am Sonntag muss der 59-Jährige Antworten liefern.

  • Unklar ist, wie genau die „größte Transformation im Fußball“ aussehen soll. Sicher ist: Sie trifft auch die Mannschaft. Nach dem verpassten Aufstieg werden Leistungsträger gehen – teils aus finanziellen Gründen gezwungen. Gerüchte um Führungsspieler wie Fabian Reese, Keeper Tjark Ernst oder Linus Gechter gibt es fast wöchentlich. Auch Jungstar Kennet Eichhorn ist gefühlt im Fokus von ganz Europa. „Wir werden die Kadergröße reduzieren und die Ausgabenstruktur anpassen. Wir wissen, dass wir einen der teuersten Kader der Liga haben und uns die Kaderstrukturen eigentlich nicht leisten können in der Phase der Konsolidierung“, erklärte Görlich. 

Sportdirektor Benjamin Weber und Geschäftsführer Peter Görlich planen offenbar einen radikalen Umbau des Teams. (Archivbild)Matthias Koch/Sportfoto Matthias Koch./dpa

Sportdirektor Benjamin Weber und Geschäftsführer Peter Görlich planen offenbar einen radikalen Umbau des Teams. (Archivbild)Matthias Koch/Sportfoto Matthias Koch./dpa

© Matthias Koch/Sportfoto Matthias Koch./dpa

  • Umso überraschender war es, dass Görlich im Zuge dieser Transformation früh Klarheit auf der Trainer- und Sportdirektorenposition schuf und Stefan Leitl und Benjamin Weber eine Jobgarantie für die kommende Saison gab. Angesichts des ernüchternden Saisonverlaufs wurde zuletzt über beide Personalien viel spekuliert. Leitl hatte Hertha im Februar 2025 im Abstiegskampf übernommen, stabilisiert und zum Aufstiegskandidaten geformt – dennoch spielte das Team nie ganz oben mit. Weber musste sich Kritik für Fehltransfers gefallen lassen; mit der Verpflichtung von Kaderplaner Bastian Huber im Februar schien sein Aus ganz nah.

Finanzen

Es gibt keine Mitgliederversammlung bei Hertha BSC, in der die Finanzen nicht im Fokus stehen. Einerseits hatte man verkündet, im zweiten Halbjahr 2025 erstmals seit langer Zeit einen Gewinn von 385.000 Euro verzeichnet zu haben. Andererseits drohte Medienberichten zufolge im zurückliegenden Lizenzierungsverfahren erneut Ärger, weil sich das Eigenkapital innerhalb eines Jahres zunächst nicht um fünf Prozent verbessert haben soll. Offenbar wurde aber eine Lösung gefunden. Vor einigen Tagen erteilte die DFL dem klammen Hauptstadt-Club die Lizenz. Finanz-Boss Ralf Huschen wird sich trotzdem zum Eigenkapital und zu Investor A-CAP äußern müssen.

Hat einen Vertrag bis 2030: Kapitän Fabian Reese. (Archivbild)Swen Pförtner/dpa

Hat einen Vertrag bis 2030: Kapitän Fabian Reese. (Archivbild)Swen Pförtner/dpa

© Swen Pförtner/dpa

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