Hochschule für Musik will zurück zu Normalität
Querelen um den bisherigen Präsidenten haben die Hochschule monatelang nicht zur Ruhe kommen lassen. Nach dessen Rücktritt soll der Betrieb wieder in geregelte Bahnen zurückkehren.
Die Hochschule für Musik in Nürnberg kämpft um die Wiederherstellung von Normalität. (Archivbild)Sören Balendat/HFMN/dpa
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Nach dem Rücktritt von Präsident Rainer Kotzian wegen Vorwürfen des Machtmissbrauchs kämpft die Nürnberger Hochschule für Musik um die Wiederherstellung der Normalität. Die stellvertretende Präsidentin Renate Reitinger solle zunächst kommissarisch die Leitung übernehmen, teilte die Hochschule mit. Kotzian werde keine Lehrtätigkeit mehr ausüben und sich auf die Forschung konzentrieren.
Reitinger und ihre Co-Vizepräsidentin Maren Wilhelm hatten nach dem Rücktritt Kotzians ebenfalls ihren Rückzug angeboten. Dies sei jedoch vom Hochschulrat einstimmig abgelehnt worden.
Lange Zeit der Unruhe
Ex-Präsident Kotzian hatte nach monatelanger Unruhe an der Einrichtung eingeräumt, ein unpassendes Gespräch mit einer Studentin geführt zu haben. „Dabei habe ich nicht ausreichend berücksichtigt, dass auch in einem solchen Vertrauensverhältnis das Machtgefälle zwischen einem Professor und einer Studentin bestehen bleibt und ich deshalb eine besondere Verantwortung dafür trage, unter welchen Umständen und in welcher Form ein solches Gespräch geführt wird. Das bedaure ich sehr.“
Nach dem Vorfall im November vergangenen Jahres war es zu monatelanger Unruhe an der Hochschule gekommen. Studierende stellten in teils öffentlichen Aushängen Medienberichten zufolge die Situation anders dar und warfen dem Professor Verharmlosung vor.
Unabhängige Aufarbeitung geplant
Die Hochschule für Musik werde die „Vorkommnisse der vergangenen Monate“ mit Nachdruck und durch eine unabhängige Stelle aufarbeiten, heißt es in der Mitteilung. Die Einrichtung stehe jetzt vor einer herausfordernden Zeit. Es werde ein Ausschreibungsverfahren für die nunmehr vakante Präsidentenstelle eingeleitet.
Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU) hatte mitgeteilt, er respektiere Kotzians Entscheidung, sein Amt niederzulegen. Er betonte zugleich: „Die im Raum stehenden Vorwürfe müssen sorgfältig aufgeklärt und aufgearbeitet werden. Denn Hochschulen müssen Orte des Vertrauens und des respektvollen Miteinanders sein. Wir haben deshalb unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorgänge alle notwendigen Schritte zur Aufklärung eingeleitet und die Landesanwaltschaft eingeschaltet.“