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Hitze und Brände: Wie steht es um Thüringens Wälder?

Zahlreiche Waldbrände sowie heiße Monate setzen den Wäldern im Freistaat zu. Und auch wenn sich die Lage beim Borkenkäfer entspannt hat, ist die Situation bei einem anderen Schädling angespannter.

Von dpa

05.09.2026

In diesem Jahr gab es in Thüringen bislang 47 Waldbrände. (Symbolbild)Martin Schutt/dpa

In diesem Jahr gab es in Thüringen bislang 47 Waldbrände. (Symbolbild)Martin Schutt/dpa

© Martin Schutt/dpa

In diesem Jahr hat es bereits verhältnismäßig viele Waldbrände in Thüringen gegeben. „2026 kann jetzt schon in Bezug auf die Anzahl der Waldbrände von März bis August als überdurchschnittlich bezeichnet werden“, sagte der Sprecher von Thüringenforst, Horst Sproßmann. Bislang gab es demnach in Thüringen 47 Waldbrände, bei denen eine Fläche von 11,4 Hektar brannte. Im Mittelwert der vergangenen Jahre waren es demnach 28 Brände pro Jahr - mit Blick auf die Brandfläche liegt der Mittelwert bei 10 Hektar pro Jahr. Der Mittelwert basiert auf den Daten seit Beginn der Erhebung im Jahr 1993.

Im Vorjahreszeitraum gab es demnach auch 47 Waldbrände. Dabei brannte zwar eine Fläche von 85,6 Hektar ab - jedoch betrafen mehr als 80 Hektar davon den Großbrand auf der Saalfelder Höhe, erklärte er. In Thüringen beginnt das Waldbrandmonitoring am 1. März und endet am 31. Oktober.

Fichte als „Klimawandelverlierer“

Die vergangenen Monate waren teils durch sehr heiße Perioden und Trockenheit geprägt. Insgesamt haben sich die Trockenjahre Sproßmann zufolge auf die Vitalität nahezu aller heimischen Baumarten ausgewirkt. Dabei seien - nicht nur in Thüringen - besonders Fichte und Buche betroffen. Auch die Kiefer habe mancherorts Probleme. Viele Baumarten seien durch mehrjährige Trockenphasen derart beeinträchtigt, dass ein darauffolgendes, vergleichsweise niederschlagsreiches Jahr die Vitalität nicht schlagartig verbessere.

Derzeit sei die Fichte der große „Klimawandelverlierer“, so Sproßmann. Innerhalb von zehn Jahren habe sich der Bestand von 2012 bis 2022 von 38 Prozent auf 31 Prozent verringert. Andere heimische Baumarten wie Eichenarten, Winterlinde oder Feldahorn kämen hingegen besser mit den klimatischen Bedingungen zurecht.

Wie ist die Situation beim Borkenkäfer?

Die hohen Temperaturen begünstigen auch Schädlinge wie den Borkenkäfer. Diese kämen mit der Erwärmung relativ gut zurecht, sagte Sproßmann. Zum einen könnte sich der Fichtenborkenkäfer bei für ihn angenehmen Temperaturen schneller vermehren. Andererseits seien Fichten durch die Hitze und Trockenheit schwächer und könnten sich weniger gegen Angriffe wehren.

Bis Mitte August gab es in diesem Jahr 27.800 Festmeter Schadholz durch den Borkenkäfer. (Symbolbild)Armin Weigel/dpa

Bis Mitte August gab es in diesem Jahr 27.800 Festmeter Schadholz durch den Borkenkäfer. (Symbolbild)Armin Weigel/dpa

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Dennoch hat sich die Lage in den Wäldern mit Blick auf die Borkenkäfer nach Einschätzung des Sprechers der Landesforstanstalt entspannt. Bisher gebe es nur sehr geringe Mengen an vom Käfer befallenem Holz, sagte Sproßmann. Ursache für diese erfreuliche Entwicklung sei unter anderem die Zunahme von natürlichen Gegenspielern wie Spechten, Insekten oder Parasiten. Zudem habe das „erfolgreiche Borkenkäfermanagement der betroffenen Waldbesitzenden“ in den vergangenen Jahren dazu beigetragen.

Zum Stichtag 11. August gab es in diesem Jahr 27.800 Festmeter Schadholz durch den Borkenkäfer. Das entspreche dabei nur 1,2 Prozent im Vergleich zu der Menge an Schadholz zum gleichen Zeitraum vor zwei Jahren. 2024 richtete der Schädling insgesamt rund 3,5 Millionen Festmeter Schadholz an. Vor allem in den Jahren 2018 bis 2024 habe sich die Borkenkäfersituation als unmittelbare Folge des Klimawandels dramatisch entwickelt.

Angespanntere Lage beim Eichenprachtkäfer

„Alle anderen Schädlinge produzieren nicht so viel Schadholz wie der Borkenkäfer“, erklärte Sproßmann. Trotzdem sei derzeit die Lage mit Blick auf den Eichenprachtkäfer angespannter. „Der Eichenprachtkäfer baut seit 2019 eine Massenvermehrung auf“, so der Sprecher. Seit 2024 sei er auf stabil hohem Niveau. Der Eichenprachtkäfer trete bislang vor allem in Südthüringen auf, wo es schwerpunktmäßig viele Eichen gebe.

Forstminister Tilo Kummer (BSW) forderte mit Blick auf diesen Schädling private Waldbesitzer zu einer verstärkten Vorsorge bei Eichen auf. „Vom Eichenprachtkäfer befallene Bäume müssen schnell aus dem Wald, damit andre Bäume nicht auch noch befallen werde“, sagte er. Das sei wichtig, damit sich Schäden wie beim Borkenkäfer nicht wiederholten. Stark befallene Bäume werden laut Ministerium aus dem Wald entfernt, um die Vermehrung und Ausbreitung des Schädlings zu unterbinden.

Die gesamte Schadholzmenge beläuft sich demnach seit Beginn der massenhaften Ausbreitung des sogenannten Zweipunktigen Eichenprachtkäfers inzwischen auf rund 51.000 Festmeter im Freistaat.

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