dpa

Hessens Städte beklagen hohe Kosten der Wegwerfmentalität

Müll neben statt im Abfalleimer - Hessens Städte kämpfen mit hohen Reinigungskosten und mahnen mehr Verantwortungsbewusstsein von Bürgerinnen und Bürgern an.

Von dpa

01.06.2026

Fastfood-Verpackungen, Einwegbecher, Getränkedosen - gerade in der warmen Jahreszeit sorgt achtlos weggeworfener Abfall in vielen hessischen Städten für Probleme. Andreas Arnold/dpa

Fastfood-Verpackungen, Einwegbecher, Getränkedosen - gerade in der warmen Jahreszeit sorgt achtlos weggeworfener Abfall in vielen hessischen Städten für Probleme. Andreas Arnold/dpa

© Andreas Arnold/dpa

Grillen, Feiern, Pause im Park - im Frühling und Sommer verbringen die Menschen mehr Zeit draußen, das sorgt auch aktuell für viel achtlos weggeworfenen Müll in Hessens Städten. Als Hauptgründe für dieses sogenannte „Littering“ sehen sie einen allgemein sorgloseren Umgang mit Müll und Bequemlichkeit. 

„Das Verhalten und damit die Verantwortung gegenüber Umwelt und Natur hat sich in den vergangenen Jahren deutlich zum Negativen verändert“, erklärt etwa die Stadt Gießen auf Anfrage. „Selbst wenn der Abfalleimer nur drei Meter entfernt steht, wird der Abfall einfach liegen gelassen, oder der Einweggrill nicht weggeräumt.“ Hinzu kommt, dass die Stadtreinigung und Abfallentsorgung in der mittelhessischen Stadt unterbesetzt sind - derzeit laufen Stellenausschreibungen.

„Littering“ kostet Städte und Allgemeinheit viel Geld

Für die Städte und auch ihre Einwohnerinnen und Einwohner ist das Problem der illegalen Müllentsorgung mit hohen Folgekosten verbunden. Um etwa Zigarettenkippen oder Kaugummis zu beseitigen, seien aufwendige Reinigungsarbeiten und auch der Einsatz von Spezialmaschinen notwendig, wie etwa die Stadt Hanau in ihrem Flyer zur Kampagne „JuchHU sauber“ erklärte.

Hanau bittet Müllsünder seit Februar deutlich stärker zur Kasse. Jährlich müssen nach Angaben der Stadt rund 180 Tonnen illegal abgelagerter Müll in Hanau beseitigt werden - das koste rund 100.000 Euro, die auf die Abfallgebühren umgelegt und somit von allen Bürgern bezahlt werden müssten. Und auch Hessens größte Stadt Frankfurt beklagt, dass es immer wieder zu illegalen Abfallablagerungen komme, die eine „vermeidbare Gefährdung für Umwelt, Mensch und Tier“ sowie hohe Kosten für die Beseitigung nach sich zögen.

Die Beseitigung von wilden Müllablagerungen in Städten wie Frankfurt ist aufwendig und mit hohen Kosten verbunden. Andreas Arnold/dpa

Die Beseitigung von wilden Müllablagerungen in Städten wie Frankfurt ist aufwendig und mit hohen Kosten verbunden. Andreas Arnold/dpa

© Andreas Arnold/dpa

Am Mainufer in Frankfurt sammelt sich viel Abfall - auch außerhalb der dafür aufgestellten Behälter. Andreas Arnold/dpa

Am Mainufer in Frankfurt sammelt sich viel Abfall - auch außerhalb der dafür aufgestellten Behälter. Andreas Arnold/dpa

© Andreas Arnold/dpa

Achtlos hinterlassener Abfall verunstaltet das Erscheinungsbild von Städten - auch hier am Mainufer in Frankfurt. Andreas Arnold/dpa

Achtlos hinterlassener Abfall verunstaltet das Erscheinungsbild von Städten - auch hier am Mainufer in Frankfurt. Andreas Arnold/dpa

© Andreas Arnold/dpa

Karte

Weitere Themen