Hellofresh kappt Gewinnziel - Aktie sackt ab
Die Talfahrt bei Hellofresh geht ungebremst weiter. Von einstigen Glanzzeiten ist das in Berlin ansässige Unternehmen weit entfernt.
Der Absturz an der Börse geht weiter.Matthias Bein/dpa
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Der Kochboxenversender Hellofresh kommt nicht aus der Krise. Angesichts eines erwarteten kräftigen Umsatzrückgangs und enttäuschender Entwicklung des operativen Gewinns im dritten Quartal senkt das im SDax notierte Unternehmen seine Prognosen für das laufende Jahr. Schon im August hatte sich das Management wegen schlecht laufender Geschäfte pessimistischer gezeigt, nun musste Chef Dominik Richter einräumen, dass selbst das nicht mehr erreichbar ist. Die Aktie fiel am Freitag deutlich.
Das Papier verlor nach Handelsbeginn fast 13 Prozent und markierte mit 2,21 Euro ein Rekordtief. Im bisherigen Jahresverlauf hat die Aktie bereits fast zwei Drittel an Wert eingebüßt. Das Rekordhoch aus den Zeiten der Covid-Pandemie im Herbst 2021 bei fast 100 Euro ist schon lange außer Reichweite geraten.
Beim Umsatz rechnet Hellofresh für 2026 jetzt mit einem um Währungseffekte bereinigten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr zwischen 9 und 11 Prozent. Bisher waren die Berliner davon ausgegangen, dass der Erlös währungsbereinigt um maximal 6 Prozent fällt.
Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) dürfte der gesenkten Prognose zufolge auf währungsbereinigter Basis zwischen 350 Millionen Euro und 370 Millionen Euro landen und damit deutlich niedriger als 2025. Bislang hatte die Spanne bei 375 Millionen Euro bis 425 Millionen Euro gelegen.
Hellofresh hat nach eigenen Angaben im wichtigen Zeitraum rund um das Ende der Sommerferien („Back-to-school“-Periode) nicht das Volumen an Neukunden gewinnen können, das für das Erreichen der bisherigen Prognose erforderlich gewesen wäre. Im dritten Quartal dürfte der Umsatz vor allem wegen der enttäuschenden Neukundengewinnung prozentual zweistellig gefallen sein - Hellofresh rechnet mit einem Minus zwischen 11 und 12 Prozent.
Wegen geringerer Marketingausgaben liegt der operative Gewinn im dritten Quartal mit 45 bis 55 Millionen Euro wohl zwar etwas über dem Vorjahreswert von 40 Millionen Euro, aber deutlich unter den Analystenerwartungen.
Nach dem drastischen Kursrückgang ist das Unternehmen an der Börse inzwischen nur noch rund 350 Millionen Euro wert. Zu Spitzenzeiten hatte die Marktkapitalisierung bei mehr als 16 Milliarden Euro gelegen. Wegen des hohen Börsenwerts war die Hellofresh-Aktie vom September 2021 bis September 2022 sogar im Dax gelistet. Inzwischen ist das Papier nur noch im SDax notiert. Das Unternehmen kam 2017 an die Börse. Der Ausgabepreis lag bei 10,25 Euro.