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Heim-Auftakt unter Druck: Welches Gesicht zeigt RB Leipzig?

Leipzig steht in der Königsklasse schon früh unter Zugzwang. Daher muss beim Antrittsbesuch von Roger Schmidt gegen dessen Ex-Club ein Sieg her. Was ist die glanzvolle Heimbilanz international wert?

Von Frank Kastner, dpa

12.10.2026

David Raum sieht daheim gerade keinerlei Probleme bei RB Leipzig. (Archivbild)Federico Gambarini/dpa

David Raum sieht daheim gerade keinerlei Probleme bei RB Leipzig. (Archivbild)Federico Gambarini/dpa

© Federico Gambarini/dpa

Mit neuem Schwung in die Königsklasse. Die bislang makellose Heimbilanz in der Fußball-Bundesliga macht RB Leipzig auch Mut für den ersten internationalen Saisonauftritt im eigenen Stadion. Doch welches Gesicht zeigen die Sachsen gegen die PSV Eindhoven? Was sind die drei Liga-Heimsiege mit insgesamt 14:0 Toren gegen Schlusslicht Borussia Mönchengladbach, den Hamburger SV und die krisengeschüttelte Eintracht aus Frankfurt wert?

Nach dem verkorksten Champions-League-Auftakt bei Como (1:4) steht RB gegen das Team von Ex-Bundesliga-Trainer Peter Bosz schon unter Druck. Die Niederländer holten zum Start gegen Schachtar Donezk immerhin einen Zähler. „Beide Mannschaften haben die gleichen Ziele. PSV spielt sehr attraktiv, gleiches Prinzip wie bei uns. Wir kommen mit einer guten Leistung, müssen diese Leistung bestätigen, mit viel Energie, mit viel Überzeugung“, sagte RB-Trainer Martín Demichelis. 

Schmidt freut sich auf den Ex-Club

David Raum gab nach dem 6:0 gegen die Frankfurter am Samstag Einblick in das Seelenleben bei RB. Vor der Länderspielpause und dem 0:2 in Leverkusen habe man „ein bisschen Bauchschmerzen gehabt. Diesmal haben wir genau das richtige Gesicht gezeigt. Zu Hause war es nie ein Problem, sondern eher die Auswärtsspiele“, sagte der RB-Kapitän vor dem Spiel an diesem Dienstag (21.00 Uhr/DAZN). Nun habe man sich den Frust von der Seele geschossen. 

Doch reicht das auch gegen den niederländischen Meister? Red Bulls neuer Fußballchef Roger Schmidt, der vor seiner Zeit bei Benfica Lissabon selbst von 2020 bis 2022 die PSV trainierte, ist erstmals im Stadion.

„Gegen meinen Ex-Verein, da freue ich mich. Wir brauchen natürlich einen Sieg“, sagte Schmidt, forderte aber Geduld ein. Man stehe erst am Saisonanfang, hatte viele verletzte Spieler und Neuzugänge. „Es war nicht einfach, da Konstanz reinzubringen, daher haben wir auswärts nichts das Gesicht gezeigt, was wir zeigen können“, sagte der ehemalige RB-Salzburg-Trainer und vertraut auf die Arbeit von Demichelis. 

Bosz kennt die Bundesliga bestens

Mit Bosz, der seit seinem Amtsantritt in Eindhoven den Meister-Hattrick (2024, 2025, 2026) schaffte, kehrt ein alter Bekannter zurück. Einst beerbte er bei Borussia Dortmund (2017/18) Thomas Tuchel. Auch dort startete er furios, holte 19 von 21 möglichen Punkten und grüßte mit fünf Zählern Vorsprung auf den FC Bayern München zunächst von der Spitze. Nach einer Niederlagenserie von neun Pflichtspielen wurde Bosz im Dezember 2017 aber freigestellt.

 Peter Bosz vom PSV Eindhoven kennt sich in der Bundesliga bestens aus. (Archivbild)Federico Gambarini/dpa

Peter Bosz vom PSV Eindhoven kennt sich in der Bundesliga bestens aus. (Archivbild)Federico Gambarini/dpa

© Federico Gambarini/dpa

Im Winter 2019 ging Bosz, der einst als defensiver Mittelfeldspieler in der Bundesliga für Hansa Rostock (1997/1998) spielte, nach Leverkusen. Mit dem Werksclub schaffte er Rang vier und die Champions-League-Qualifikation. Dann führte er die Rheinländer ins DFB-Pokalfinale 2020, das mit 2:4 gegen den FC Bayern verloren ging. Auch bei Bayer kam dann das vorzeitige Aus als Trainer.

Wiedersehen mit RB-Leihgabe Geertruida

Mit Eindhoven hat der 62-Jährige nun eine neue Ära eingeleitet. In der vergangenen Spielzeit sicherte sich die PSV so früh wie nie zuvor die Meisterschaft. In dieser Saison hat sich die Ausgangslage geändert. Ajax Amsterdam und Feyenoord Rotterdam haben laut Bosz mächtig aufgerüstet. Dennoch gewann der Coach mit seinem Team mit 3:1 bei Ajax - Leipzigs Leihgabe Lutsharel Geertruida traf zwischenzeitlich zum 2:1. 

Dabei müssen die Niederländer aktuell noch auf den ehemaligen Bayern-Profi Paul Wanner verzichten, der sich Ende September am Fuß verletzte. Dafür übernimmt der erst 22 Jahre alte Ruben van Bommel, Sohn des Ex-Nationalspielers Mark van Bommel, immer mehr Verantwortung. Der Rekordtransfer, der im Vorjahr für rund 16 Millionen vom Ligakontrahenten AZ Alkmaar verpflichtet worden ist, glänzte zuletzt in der Nations League beim DFB-Debüt von Jürgen Klopp mit der technisch versierten Vorarbeit per Außenrist in der Nachspielzeit zum späten 1:1 durch Cody Gakpo.

Und dann ist da noch Ivan Perisic - der Routinier. Der 37 Jahre alte Offensivmann aus Kroatien, der in der Bundesliga schon in Dortmund, Wolfsburg und bei den Bayern spielte, wurde von Bosz 2024 als vereinsloser Profi von Hajduk Split verpflichtet - und sorgt immer noch für Aufsehen.

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