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Haushaltskrise in Brandenburgs Kommunen spitzt sich zu

Brandenburgs Städte rutschen tiefer ins Minus: Das Haushaltsdefizit schnellt auf 832 Millionen Euro. Kein anderes Flächenland verzeichnet nach einem neuen Finanzreport einen größeren Anstieg.

Von dpa

19.06.2026

Kommunen in Brandenburg sind in akuter Finanznot. (Symbolbild)Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Kommunen in Brandenburg sind in akuter Finanznot. (Symbolbild)Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

© Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Für Brandenburgs Kommunen hat sich die Haushaltsnot deutlich zugespitzt. Das Defizit der Städte, Gemeinden und Landkreise stieg binnen eines Jahres sprunghaft um 134 Prozent auf 832 Millionen Euro - so stark wie in keinem anderen Flächenland in Deutschland. Das geht aus dem Kommunalen Finanzreport der Bertelsmann Stiftung hervor. 

Darin heißt es, Brandenburg sei bundesweit neben Rheinland-Pfalz das Land „mit der größten Dynamik der Krise“. 2024 sei das Defizit noch moderat gewesen und habe bei 355 Millionen Euro gelegen.

„Die Kommunen in der Bundesrepublik Deutschland befinden sich in der größten kommunalen Finanzkrise seit der Deutschen Einheit“, schreiben die Autoren des aktuellen Finanzreports. Mit einem Defizit von nahezu 32 Milliarden Euro verzeichneten sie 2025 bundesweit den höchsten Fehlbetrag ihrer Geschichte.

Kassenkredite schnellen hoch 

Auch bei der Verschuldung mit Kassenkrediten verzeichnen die Kommunen in Brandenburg laut Finanzreport den höchsten Anstieg - allerdings ausgehend von einem niedrigen Niveau. Kassenkredite sind kurzfristige Darlehen, die dazu dienen, vorübergehende Zahlungsengpässe auszugleichen.

Die Verschuldung mit Kassenkrediten hat sich in Brandenburg beinahe verdreifacht: Sie lag 2025 bei 164 Millionen Euro - 2024 waren es 59 Millionen Euro. Zum Vergleich: In Sachsen lagen die Kassenkredite bei 889 Millionen, in Mecklenburg-Vorpommern bei 238 Millionen Euro.

„In Ländern wie Brandenburg, Hessen, Niedersachsen oder Schleswig-Holstein ist der jüngste Anstieg der Kassenkredite umso schmerzhafter, da das zuvor gegebene geringe Niveau auch Resultat umfangreicher Landeshilfen und eigener Sparprogramme war“, heißt es im Kommunalen Finanzreport. „Diese Erfolge sind weithin binnen kürzester Zeit aufgezehrt.“

Gewerbesteuer-Einnahmen im Minus

Bei der Gewerbesteuer als wichtiger Einnahmequelle mussten die Kommunen in Brandenburg 2025 laut Finanzreport einen Rückgang um 5,3 Prozent auf 1,287 Milliarden Euro hinnehmen. Die Einnahmen der Kommunen aus Zuweisungen von Land und Bund wuchsen 2025 zudem unterdurchschnittlich. Sie lagen bei rund 6,9 Milliarden Euro, es gab ein Plus von einem Prozent. Brandenburgs Kommunen hängen stark von diesen Zuweisungen ab.

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