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Grab- und Gedenkstätte für queere Menschen eingeweiht

In Berlin-Schöneberg ist eine neue Grab- und Gedenkstätte für queere Menschen eingeweiht worden. Warum das Projekt weit mehr als ein Friedhofsort ist - und was Küsse damit zu tun haben.

Von dpa

17.05.2026

Ein „Kissing Stone“ und Platz für bis zu 100 Urnen: In Berlin-Schöneberg ist eine neue Grab- und Gedenkstätte für queere Menschen entstanden. Fabian Sommer/dpa

Ein „Kissing Stone“ und Platz für bis zu 100 Urnen: In Berlin-Schöneberg ist eine neue Grab- und Gedenkstätte für queere Menschen entstanden. Fabian Sommer/dpa

© Fabian Sommer/dpa

Mit einer neuen Grab- und Gedenkstätte in Berlin-Schöneberg bekommen queere Menschen in Berlin einen eigenen Ort der Trauer. Auf dem Alten-St.-Matthäus-Kirchhof wurde sie am Nachmittag am Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit eingeweiht. Dazu gehört ein „Kissing Stone“. Auf dem hellen Stein kann mit einem Kuss ein Lippenstiftabdruck hinterlassen werden. 

Die Grab- und Gedenkstätte soll an queere Lebensgeschichten erinnern, Raum für Trauer und Gedenken schaffen sowie ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Vergessen setzen, wie die Schwulenberatung Berlin mitteilte. 

Gedenkwand mit eingravierten Namen

Die Anlage bietet Platz für bis zu acht Särge und 100 Urnen. Zusätzlich gibt es eine Gedenkwand, auf der Namen und Lebensdaten von Verstorbenen eingraviert werden können. Schöneberg wird als Regenbogenkiez bezeichnet und gilt als ein Zentrum für queeres Leben in der Hauptstadt. 

Das Projekt soll einen würdevollen Ort des Erinnerns schaffen insbesondere für Menschen, die keinen Kontakt mehr zu ihren Herkunftsfamilien haben oder deren Bestattung sonst anonym erfolgen würde, wie es hieß. „Einige LSBTI-Personen, insbesondere jene, die Diskriminierung und Ausgrenzung erlebt haben, empfinden ihr Leben als wenig wertvoll und machen sich keine Gedanken darüber, was nach ihrem Tod geschieht. Diesen Herausforderungen wollen wir mit einer besonderen Grab- und Gedenkstätte entgegentreten“, teilte die Schwulenberatung mit. Die Abkürzung LSBTI steht für Lesben, Schwule, Bi-, Trans- und Intersexuelle.

Regenbogenflaggen gehisst

Zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit wurden an Rathäusern in Berlin und Brandenburg Regenbogenflaggen gehisst. Die queere Community sei vermehrt Anfeindungen und Angriffen ausgesetzt, beklagte das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg. 

Der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit wird seit 2005 jährlich am 17. Mai als Aktionstag begangen. Das Datum bezieht sich auf den 17. Mai 1990, an dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschlossen hatte, Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel für Krankheiten zu streichen.

Feierlich wurde heute die neue Grab- und Gedenkstätte für queere Menschen in Berlin-Schöneberg eingeweiht. Fabian Sommer/dpa

Feierlich wurde heute die neue Grab- und Gedenkstätte für queere Menschen in Berlin-Schöneberg eingeweiht. Fabian Sommer/dpa

© Fabian Sommer/dpa

Ein Ort voller Hoffnung und Liebe soll die neue Grab- und Gedenkstätte für Lesben, Schwule, Bi-, Trans- und Intersexuelle sein - mit dem „Kissing Stone“. Fabian Sommer/dpa

Ein Ort voller Hoffnung und Liebe soll die neue Grab- und Gedenkstätte für Lesben, Schwule, Bi-, Trans- und Intersexuelle sein - mit dem „Kissing Stone“. Fabian Sommer/dpa

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