Globalfoundries feiert Richtfest für Erweiterungsbau
Globalfoundries erweitert seine Produktion in Dresden. Der Mikrochiphersteller setzt auf sogenannte Physical-AI-Anwendungen für die Industrie und kritische Infrastrukturen.
Globalfoundries feiert Richtfest für Erweiterungsbau.Robert Michael/dpa
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Der Halbleiter-Standort Dresden wächst weiter: Knapp sieben Monate nach Baubeginn hat der Mikrochiphersteller Globalfoundries Richtfest für die Erweiterung seines Werks in der Landeshauptstadt gefeiert. Das Unternehmen will in Dresden künftig sogenannte Physical-AI-Anwendungen unter anderem für die Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt und Verteidigung entwickeln und produzieren, wie es anlässlich der Feier mitteilte.
Bei Physical AI handelt es sich um mit Künstlicher Intelligenz betriebene Roboter, die Produktionsprozesse übernehmen. Für Bereiche mit besonders hohen Sicherheitsanforderungen, wie etwa kritische Infrastruktur, will Globalfoundries mit den neuen Produktionskapazitäten auch Prozesse und Datenflüsse anbieten, die ausschließlich in Europa ablaufen.
Mikrochipentwicklung der „nächsten Generation“ in Dresden
„Europas industrielle Basis ist auf Chips angewiesen, die einerseits verfügbar und vertrauenswürdig sind und zudem in der Nähe derjenigen Kunden gefertigt werden, die sie dringend benötigen“, sagte Unternehmenschef Tim Breen. Die Erweiterung der Produktionskapazität in Dresden eröffne Kunden zugleich einen Zugang zur nächsten Generation energieeffizienter Rechenleistung für Physical
AI.
Die Investitionssumme für das Erweiterungsprojekt „Sprint“ liegt bei 1,1 Milliarden Euro; über den European Chips Act fließen 495 Millionen Euro Förderung in den Ausbau.
Am Standort Dresden beschäftigt Globalfoundries bereits 3.000 Mitarbeiter. Die Produktion läuft auch während der Bauarbeiten auf einer Reinraum- und Laborfläche von 60.000 Quadratmetern, durch den Ausbau kommen weitere 5.000 Quadratmeter hinzu. Bis Ende 2028 soll die jährliche Produktionskapazität von bis zu 950.000 auf mehr als eine Million 300-mm-Wafer steigen.
Das Unternehmen fülle das erweiterte Werk mit zahlreichen Innovationen und schreibe dabei seine sächsische Erfolgsgeschichte fort, teilte Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter mit. „Vom autonomen Fahren über die Raumfahrt und die Radiopharmazie bis zu den Hochschulen und zum Handwerk profitieren zahlreiche Zukunftsfelder, Branchen und Forschungseinrichtungen auf unterschiedliche Art von diesem und weiteren Ausbauvorhaben der Mikroelektronik“, sagte der SPD-Politiker.
Halbleiterstandort „Silicon Saxony“ wächst
Mit den Produktionserweiterungen bei Globalfoundries und Infineon sowie der Ansiedlung des taiwanischen Branchenriesen TSMC in Dresden wächst das „Silicon Saxony“ als laut Wirtschaftsministerium Europas größter Mikroelektronikstandort weiter. Das Netzwerk besteht aus rund 3.600 Unternehmen mit über 80.000 Mitarbeitern. Die Beschäftigtenzahl soll bis 2040 auf rund 100.000 wachsen.