Gegner liegen gelassen: WM-Ärger um Uruguay-Spieler
Fair Play sieht anders aus. Ein Spieler Uruguays hilft zunächst einem Gegner und lässt ihn dann liegen, als sein Team auf dem Weg zum Tor ist. Vor allem einer ist darüber sauer.
In der Kritik: Uruguays WM-Spieler Federico Vinas (M).Rebecca Blackwell/AP/dpa
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Ein Verstoß gegen den Fair-Play-Gedanken hat beim WM-Spiel zwischen Uruguay und Kap Verde (2:2) für große Aufregung gesorgt. Beim Spielstand von 0:1 half Uruguays Stürmer Federico Viñas seinem Gegenspieler Telmo Arcanjo, der von einem Krampf geplagt am Boden lag. Eigentlich eine sportliche Geste.
Als Viñas jedoch sah, dass sich seine Mannschaft gerade eine aussichtsreiche Torchance herausspielte, ließ er den Kap-Verde-Spieler einfach liegen und lief mit in den Strafraum. Genau bei diesem Angriff in der 44. Minute fiel das Tor zum 1:1 durch Maxi Araujo. „Mein Gegenspieler brauchte mich. Aber mein Team brauchte mich noch mehr“, rechtfertigte Viñas hinterher sein Verhalten.
Kap Verdes Trainer sauer
Kap Verdes Trainer Bubista wollte das nicht so stehen lassen. „Ich war verärgert über diese Szene“, sagte er. „Denn Marcelo Bielsa (Uruguays Trainer) lebt uns in jeder Pressekonferenz und in jedem Spiel Fair Play vor. Von ihm haben wir alle gelernt, was Fair Play bedeutet.“
Beklagte fehlendes Fair Play: Kap Verdes Trainer Bubista.Rebecca Blackwell/AP/dpa
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Bielsa wurde 2019 mit dem Fair-Play-Preis des Weltverbands FIFA ausgezeichnet. Er hatte seine damalige Mannschaft Leeds United angewiesen, ohne Gegenwehr ein Tor des Gegners Aston Villa zuzulassen. Leeds hatte unmittelbar zuvor getroffen, als ein Villa-Spieler verletzt am Boden lag.
Nach dem WM-Spiel in Miami fragte Bubista seinen Trainerkollegen nach eigenen Angaben sofort, warum er diesmal nichts unternahm. Eine Antwort erhielt er offenbar nicht.